netzeitung.de«Nature» korrigiert Stammzell-Mitteilung

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Einem menschlichen Embryo wird eine einzelne Zelle entnommen. (Foto: ACT<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Einem menschlichen Embryo wird eine einzelne Zelle entnommen.
Foto: ACT
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine Meldung hat die Hoffnung geweckt, künftig embryonale Stammzellen gewinnen zu können, ohne Embryonen zu zerstören. Dies wurde in der zugrunde liegenden Studie jedoch nicht nachgewiesen.

Das britische Wissenschaftsmagazin «Nature» hat eine Mitteilung zu einer Stammzell-Studie korrigiert. In der US-Studie, bei der laut der Mitteilung Stammzellen ohne Zerstörung von Embryonen gewonnen worden waren, sind diese doch zerstört worden, stellte «Nature» nun klar.

«Zerlegte Embryonen»
In der Mitteilung waren keine Angaben dazu gemacht worden, ob die Embryonen die Zellentnahme überstanden haben. Dies ging auch aus dem Original-Artikel nicht hervor. Forscher um Robert Lanza vom US-Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT) in Worcester, Massachusetts, hatten 16 acht- bis zehnzelligen Embryonen einzelne Zellen entnommen und insgesamt zwei Stammzelllinien erzeugt. Grundlage ist das gängige Verfahren, künstlich erzeugten Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter eine oder zwei einzelne Zellen für genetische Untersuchungen zu entnehmen.

Embryonen können diese Zellentnahme überstehen. Wie die Nature-Redaktion nun jedoch mitteilte, «blieben die Embryonen bei diesen Experimenten nicht intakt».

Der Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, Hans Schöler, hat Kritik an der «Nature»-Mitteilung geäußert. Sie hätte den Eindruck erweckt, die Forscher hätten 16 Embryonen nur einzelne Zellen, so genannte Blastomeren, entnommen. Tatsächlich seien den Embryonen jedoch mehrfach Blastomeren entnommen worden.

«Letztendlich wurden aus 91 Blastomeren zwei Stammzelllinien abgeleitet, und offensichtlich sind dabei die Embryonen völlig in Blastomeren zerlegt worden», so Schöler. Die Möglichkeit einer zerstörungsfreien Stammzelllinien-Gewinnung aus einzelnen Blastomeren sei daher «in dieser Arbeit nicht gezeigt» worden, sagte er. Lanza hat nur demonstriert, dass einzelne menschliche Blastomere eine Stammzelllinie bilden können. Die Ausbeute ist mit zwei Zelllinien aus 91 Versuchen jedoch sehr gering. (nz)