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Was den Everest so tödlich macht

25. Aug 2006 08:05
Trekking-Gruppe im Mount-Everest-Gebiet
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Einer von zwanzig Bergsteigern, die den Gipfel des Mount Everest erreichen, schafft es nicht mehr hinunter. Ein Mediziner hat untersucht, warum.

In diesem Jahr wurden bereits 15 Menschen, die den Mount Everest besteigen wollten, als vermisst gemeldet. Der britische Mediziner und Bergsteiger Andrew Sutherland führt das nicht etwa auf mangelnde Kletterkunst zurück. Die Kletterer würden zu wenig auf Warnzeichen ihres Körpers achten, meint er.
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Logisch betrachtet müssten Besteigungen des höchsten Berges der Welt heute «alles in allem eine weniger tödliche Aktivität sein», schreibt Sutherland in der aktuellen Ausgabe des «British Medical Journal». Es gebe bessere und leichtere Kletterausrüstungen, Pfade zum Gipfel seien mit festen Seilen ausgestattet, und man wisse heute mehr über die Fähigkeiten des Körpers zur Akklimatisation. Zwischen den Jahren 1980 und 2002 ist die Quote von einem Todesfall alle zehn erfolgreichen Besteigungen jedoch weitgehend konstant geblieben, wie die Auswertung der Daten zeigte.

Die Hauptgründe für Todesfälle an dem 8844 Meter hohen Berg sind Verletzungen und Erschöpfung, zu denen wahrscheinlich in vielen Fällen auch die Höhenkrankheit beiträgt. Ein großer Teil der Opfer sterbe auch an einem Hirn- oder einem Lungenödem. In der Höhe steigt der Druck in der Lunge stark an, was die Blutgefäße verengt und den Blutdruck erhöht. Unter diesen Bedingungen können die Ödeme entstehen.

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Die konstante Unglücksrate bei den verbesserten Kletterbedingungen werde oft auf den steigenden Andrang unerfahrener Bergsteiger zurückgeführt, sagt Sutherland. In diesem Jahr habe es allerdings ausschließlich Bergsteiger mit Achttausender-Erfahrung getroffen. Der Mediziner nimmt an, dass diese Bergsteiger nicht ihre Kletter-, sondern ihre Höhenfähigkeit überschätzten. Erfahrungen in Höhen über 8300 Metern zu sammeln sei schwierig.

Gleich, welche Beeinträchtigung eintrete, mit dem Gipfel im Blick würden viele Bergsteiger die Gefahren ignorieren. Das habe sowohl bei Erschöpfung als auch bei Ödemen die gleiche Folge: Die Bergsteiger erkletterten die letzten Höhenmeter zu langsam. Der lange Aufenthalt unter den extremen Bedingungen lässt dann ihre Chancen deutlich sinken, wieder heil vom Berg hinunter zu kommen, folgert Sutherland.

Bis zur ersten Besteigung des Mount Everest durch den Neuseeländer Sir Edmund Hillary und den Sherpa Tenzing Norgay aus Nepal im Jahr 1953 galt es als unmöglich den Berg zu besteigen – mit oder ohne Sauerstoffflaschen. Doch 1978 erreichten Reinhold Messner und Peter Habeler den Gipfel ohne zusätzlichen Sauerstoff.

 
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