Kein Platz für Hobbits
22.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Doch die Forscher irrten, berichten Wissenschaftler um Jacob nun in der Online-Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences». Der Schädel stamme von einem Menschen, der an Mikrozephalie litt. Dabei handelt es sich um eine Fehlentwicklung des Gehirns, bei der auch der Schädelknochen nicht zur normalen Größe wächst. Die Betroffenen sind zudem häufig kleinwüchsig.
Viele Merkmale der Knochen wie etwa die ausgeprägte Asymmetrie des Schädels deuteten auf die krankhafte Entwicklung. Andere Merkmale, die 2004 als einzigartig beschrieben wurden, lägen dagegen im normalen Bereich für Menschen aus dem australisch-melanesischen Raum. Der Schädel war zunächst mit Schädeln von Menschen aus anderen Regionen verglichen worden, vor allem aus Europa. Logisch wäre es jedoch geboten gewesen, die Knochen mit Funden aus der Region zu vergleichen, schreiben die Wissenschaftler.
Um eine neue Art nachzuweisen, müssen Paläoanthropologen mehrere für ihre Fundstücke normale Merkmale beschreiben können, die es bei keiner anderen Art gibt. Das sei im Falle des Flores-Menschen nicht geschehen, sagt Robert Eckhardt von der US-amerikanischen Pennsylvania State University. «Die normalen Merkmale von LB1 waren nicht einzigartig und die ungewöhnlich kleine Hirnschale war nicht normal», wird der Koautor der aktuellen Studie in einer Mitteilung der Universität zitiert.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

