14. Aug 2006 15:00
Die Medikamentherapie gegen Aids galt bislang in Afrika als schwer durchführbar. Doch trotz des Ärztemangels könnten die Mittel Tausende Menschen retten.
Sind diese Faktoren gegeben, können Tausende Menschen erfolgreich behandelt werden, berichteten Mediziner auf der gestrigen Eröffnung einer internationalen Aids-Konferenz in Toronto. Der Ärztemangel in vielen Staaten südlich der Sahara könnte durch die Einbindung des medizinischen Personals ausgeglichen werden.Die Forscher um Jeffrey Stringer vom Centre for Infectious Disease Research in der sambischen Hauptstadt Lusaka haben Daten eines Therapieprogramms ausgewertet. Zwischen April 2004 und November 2005 wurden dort an 16 Zentren HIV-Infizierte kostenlos mit antiretroviralen Mitteln behandelt.
Etwa jeder sechste Bürger Sambias ist HIV-positiv, in der städtischen Region um Lusaka sogar jeder fünfte. Im Jahr 2003 starben 90.000 Sambier an Aids. Die antiretrovirale Medikamenten-Therapie konnten sich bislang nur wenige Infizierte leisten.
Mit der Unterstützung der sambischen Regierung und finanzieller Hilfe der US-Regierung konnten im Untersuchungszeitraum mehr als 16.000 Patienten behandelt werden, berichtete Stringer. Nach neunzig Tagen sank die Sterblichkeit unter den Patienten auf ein Niveau wie es auch in entwickelten Ländern erreicht wird. Das Immunsystem der Patienten konnte ebenso gut stabilisiert werden, berichten die Mediziner in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of the American Medical Association».