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Drei Saurier-Fossilien in Thüringen gefunden

28. Jul 2006 15:57
Forscher in Thüringen vor präpariertem Fund
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Die Fossilienfundstelle «Bromacker» in Thüringen birgt Überraschungen. Jetzt feiern Forscher die Entdeckung drei weiterer Skelette, darunter das einer seltenen Segelechse.

Auf dem «Bromacker» in Thüringen sind drei Saurierskelette entdeckt worden. Besonders erfreut sind die Forscher von einem Stein, den sie an der Fossilienfundstelle ausgegraben haben: «Wir gehen davon aus, dass wir daraus ein etwa 60 Zentimeter langes, vollständiges Skelett eines bisher selten gefundenen Pelycosauriers, der Segelechse, herausarbeiten können», sagte Teamleiter Thomas Martens am Freitag.

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Der Stein soll in den kommenden Monaten am Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh präpariert werden. Die wissenschaftliche Erforschung soll laut Martens mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Seit 14 Jahren kommen US-amerikanische Forscher zur Sommergrabung nach Tambach-Dietharz in Thüringen, obwohl sie die Fundstücke nach der Präparation wieder an Deutschland zurückgeben müssen. «Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so wundervolle Funde wie hier», sagt Stuart Sumida, Professor an der California State University in San Bernadino. In den USA und Mexiko seien in den vergangenen Jahrzehnten etliche Skelettstücke von Ur-Reptilien aus der Zeit des Perm vor rund 280 Millionen Jahren entdeckt worden, allerdings verstreut auf viele Fundstellen. «Und der Erhaltungszustand ist bei weitem nicht gut.»

Mini-Tyrannosaurus

Seit 30 Jahren wird im «Bromacker» nach Fossilien gegraben. Bisher wurden 40 Skelette von rund zwölf Ur-Reptilienarten gefunden. Als «erster aufrecht gehender Thüringer» wird scherzhaft eine etwa 20 Zentimeter große Echse, die Eudibamus cursoris, bezeichnet, die aussieht wie eine Miniaturausgabe des Tyrannosaurus rex. Als großer Fund gelten auch zwei nebeneinander liegende Reptilien, Seymouria sanjuanensis, die als «Tambacher Liebespaar» bezeichnet werden.

Bisher wurden von der Fundstelle in Thüringen nur rund 300 Quadratmeter erschlossen. Das Feld zieht sich aber über ein oder zwei Hektar hin, in denen weitere Fossilien vermutet werden. Warum dort so viele versteinerte Urtiere zu finden sind, ist unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen lebten die Echsen auf einem Hochlandbecken. Das Klima war vergleichbar mit der afrikanischen Savanne. Die karge Vegetation bestand aus wenigen Nadelhölzern. Durch die Ebene zog ein Fluss, der im Sommer fast austrocknete. Forscher vermuten, dass die Tiere bei Überschwemmungen schnell eingelagert und dadurch gut erhalten wurden. (nz)

 
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