netzeitung.deGeologen beobachten Geburt eines Ozeans

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Lupe Geologen beobachten Geburt eines Ozeans

Bruch zwischen Afrika und Arabien: In Afrika können Forscher erstmals direkt beobachten, wie sich zwei Platten der Erdkruste trennen.

Eine Landmasse trennt sich vom afrikanischen Kontinent. Im vergangenen Jahr bildete sich der größte Bruch, der jemals mit Satelliten beobachtet werden konnte.

Ein Forscherteam um Tim Wright von der britischen University of Oxford hat Messungen des Erdbeobachtungs- Satelliten Envisat ausgewertet. Der Satellit der europäischen Weltraumorganisation Esa ist mit zehn verschiedenen optischen und Radar-Instrumenten ausgestattet. Die Bilder zeigen, dass sich im Nordosten der afrikanischen Landmasse innerhalb eines Monats ein vier Meter breiter Bruch zwischen der Arabischen und der Afrikanischen Erdplatte bildete.

Die Erdkruste werde durch die Drift der Arabischen Platte an dieser Stelle gedehnt und entsprechend dünner. An dieser Stelle wird sich ein neuer Ozean bilden, vermuten die Forscher.

Wie sie in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, ereigneten sich 163 Erdbeben in einem 60 Kilometer langen Abschnitt der Afar-Senke in Äthiopien. Jedes der Beben erreichte eine Stärke von mehr als 3,9 auf der Richterskala. Unterhalb des Erdbodens bildete sich ein bis zu acht Meter breiter Hohlraum, in den Magma aus dem Erdinneren strömte. Insgesamt stiegen rund 2,5 Kubikkilometer des flüssigen Gesteins bis zwei Kilometer unter die Erdoberfläche auf.

«Viel Asche wurde in die Luft ausgestoßen und am Boden taten sich Risse auf, einige mehr als einen Meter breit», wird Cindy Ebinger, ein Mitglied des Forscherteams, in einer Mitteilung der Royal Holloway University of London zitiert. Ausgangspunkt des neuen Bruches war ein Beben in Boina, rund 400 Kilometer nordöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Der Trennungsvorgang begann bereits vor 30 Millionen Jahren und wird voraussichtlich erst in weiteren Jahrmillionen abgeschlossen sein, sagen die Forscher. «Die Afar-Senke gibt uns die einmalige Möglichkeit das Auseinanderbrechen eines Kontinents und die Entstehung eines Ozeanbeckens zu untersuchen», sagt Ebinger. (nz)