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Reisen am seidenen Faden

13. Jul 2006 17:07
Vor dem Flug nehmen die Spinnen eine typische Starthaltung (rechtes Tier) ein.
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Wie Spinnen hunderte Kilometer weit fliegen können, war bislang nicht zu erklären. Nun haben Mathematiker eine geschmeidigere Vorstellung des Spinnenflugs entwickelt.

An einem Flugfaden können Spinnen sich vom Wind forttragen lassen. Wie ein neues Modell zeigt, nutzen die Tiere dabei Luftverwirbelungen aus. Wo die Reise hingeht, können sie aber nicht steuern.

Mehr in der Netzeitung:
Ein Forscherteam vom britischen Institut Rothamsted Research hat die neue Vorstellung vom Spinnenflug entwickelt. Im bislang verwendeten so genannten Humphreys-Modell wurde der Spinnenfaden als starr und gerade und die Spinne als unbeweglich aufgefasst. Zudem konnten mit diesem Modell nur Flüge bei Windstille berechnet werden.

Die Spinnen recken ihren Hinterleib in die Höhe und stoßen den Flugfaden aus den Spinnwarzen aus. Allein der Schwung des Ausstoßens kann sie am Faden hängend meterweit tragen. Wie die Spinnen aber neu entstandene vulkanische Inseln im Meer besiedeln oder auf Schiffe auf hoher See gelangen, konnte mit dem Modell nicht erklärt werden.

Mehr im Internet:
Wie die britischen Forscher nun berichten, wird der Flugfaden durch Luftbewegungen verwirbelt und passt seine Form den Turbulenzen an. Auf diese Weise bilde er eine Art Gleitschirm, an dem die Tiere weit segeln können. Bislang haben die Forscher den Spinnenflug jedoch nur in unbewegter Luft beobachtet. Um ihr Modell weiter zu verfeinern, planen sie weitere Experimente mit Spinnen im Windkanal. (nz)
 
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