netzeitung.deStichwort: Braunbären im Alpenraum

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Braunbär "Joze" aus Slowenien gibt nach seiner Freilassung in Trentino Fersengeld. (Foto: Parco Adamello Brenta<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Braunbär "Joze" aus Slowenien gibt nach seiner Freilassung in Trentino Fersengeld.
Foto: Parco Adamello Brenta
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im 18. Jahrhundert war der Braunbär noch über große Teile der Alpen verbreitet. Heute erobern die Tiere Teile ihres angestammten Lebensraums zurück.

Der Braunbär (Ursus arctos) konnte sich im Alpenraum nur in Slowenien und Italien halten. Durch Lebensraumverlust und Bejagung wurden die Tiere in Österreich, Deutschland und der Schweiz ausgerottet.

Der Bestand in Slowenien ist mit nach Schätzungen 400 bis 500 Tieren der einzige langfristig überlebensfähige. Die Population ist zudem mit der im dinarischen Gebirge verbunden, das sich über den Balkan bis nach Nordalbanien erstreckt.

Im Nordosten Italiens wurden die Tiere bis auf kleine voneinander abgeschnittene Restvorkommen dezimiert. Im Rahmen des EU-geförderten Ansiedlungsprojekts «Life Ursus» wurden slowenische Bären in Trentino angesiedelt. Heute gibt es dort mehr als zwanzig Bären, sagt Alberto Stoffella von der italienischen Forstbehörde.

Der im Mai nach Deutschland eingewanderte Bär JJ1 ist ein Nachkomme der in Trentino angesiedelten Bären Jurka und Joze. Auf ihren Wanderschaften können Bären mehr als zwanzig Kilometer pro Tag zurücklegen. Auch in der Schweiz wurde 2005 ein Bär gesichtet – wahrscheinlich auf Durchreise.

In die niederösterreichische Steiermark wanderte bereits 1972 ein slowenischer Bär ein. Ende der 1980er Jahre wurden in dem Gebiet drei weitere slowenische Bären frei gelassen. In den folgenden Jahren wurden dort insgesamt 25 Jungtiere geboren, deren Sterblichkeit allerdings hoch ist.

Nach Schätzungen leben heute 20 bis 30 Bären in ganz Österreich, im Gebiet zwischen Maria Zell in der Steiermark und der Stadt Salzburg sind es wahrscheinlich sieben. 1994 wurden zwei Tiere geschossen, die zu viele Haustiere gerissen hatten. Die Schäden, die die österreichischen Bären durch Viehrisse und geplünderte Bienenstöcke verursachen, liegen unter 10.000 Euro pro Jahr.

Die kleinen Populationen in Italien und in Österreich sind auf Dauer wahrscheinlich nicht überlebensfähig. Die Zahl der fortpflanzungsfähigen Tiere ist zu gering, der Genpool zu klein für einen dauerhft gesunden Bestand. Durch Einwanderer aus Slowenien und weitere Besatzmaßnahmen könnten die Populationen jedoch stabilisiert werden.


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier