netzeitung.deGentests lassen Pandaschützer hoffen

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Aufgrund seiner heimlichen Lebensweise schwer zu zählen: der Große Panda (Foto: Naxun, Zhao<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Aufgrund seiner heimlichen Lebensweise schwer zu zählen: der Große Panda
Foto: Naxun, Zhao
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach der letzten Volkszählung im Pandawald hat der Bestand der Bären zugenommen. Eine neue Untersuchung lässt Forscher auf noch größere Restpopulationen hoffen.

Die genetische Analyse von Pandaspuren im Wanglang-Schutzgebiet lässt Forscher auf einen Bestand von mindestens 66 Tieren schließen. Das sind mehr als doppelt so viele wie bei der letzten Zählung. Durch Zuwanderung und Fortpflanzung lasse sich der Zuwachs nicht erklären, berichtet das chinesisch-britische Forscherteam nun im Magazin «Current Biology».

Die Zoologen um Xiangjiang Zhan von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking haben Kotproben der Tiere gesammelt und darin enthaltene Erbgutspuren untersucht. Ein ausgewachsener Großer Panda (Ailuropoda melanoleuca) vertilgt täglich bis zu 35 Kilogramm Bambus. Da die Tiere vergleichsweise schlechte Verwerter sind, hinterlassen sie entsprechend reichlich Spurenmaterial.

Anhand der genetischen Merkmale konnten die Forscher 66 Tiere in dem Reservat und 29 weitere in angrenzenden Revieren unterscheiden. Bei der letzten Zählung in Wanglang im Jahr 1998 hatten Wissenschaftler nur 27 Tiere in dem Gebiet vermutet. Damals waren unterschiedlich große Tiere an unterschiedlich großen Bambusbissen in ihren Hinterlassenschaften identifiziert worden. Die Zoologen waren zudem nur entlang zuvor festgelegter Routen auf Spurensuche gegangen.

Da die Anzahl der genetisch unterschiedlichen Tiere mit der Schätzung anhand der DNA-Spuren übereinstimmt, gehen die Forscher um Zhan davon aus, nun die gesamte Population erfasst zu haben. Die Vielfalt der DNA-Merkmale lässt sie zudem darauf schließen, dass es sich um einen genetisch gesunden Bestand handelt. Spuren von genetischer Verarmung oder Innzucht entdeckten sie nicht.

Übertrage man die neuen Ergebnisse auf die weiteren Restpopulationen im Verbreitungsgebiet der Tiere, ergebe sich eine Anzahl von 2500 bis 3000 frei lebenden Großen Pandas, sagen die Wissenschaftler. Die Zählung 1998 hatte dagegen nur 1596 Tiere ergeben. Mittelfristig seien die Aussichten für den Schutz des Großen Pandas gut, sagen sie, vorausgesetzt Wilderei und Holzeinschlag würden weiterhin kontrolliert.

Für das Web ediert von Patrick Eickemeier