netzeitung.deKnappe Mehrheit gegen kommerziellen Walfang

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Walfang im Südpolarmeer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Walfang im Südpolarmeer
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei seinem Bemühen um eine Wiederzulassung des kommerziellen Walfangs ist Japan auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission überraschend gescheitert.

Walfangbefürworter wie Japan haben bei der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in St. Kitts mehrere Niederlagen hinnehmen müssen. In Abstimmungen unterlagen sie zu Beginn der Konferenz in dem kleinen Karibikstaat den Nationen, die eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs ablehnen und im Übrigen für einen Schutz der Meeressäuger eintreten. Die Mehrheitsverhältnisse waren jedoch sehr knapp, weshalb Umweltschützer am Samstag vor zu großer Euphorie warnten.

Die Umweltschutzorganisation WWF forderte am Samstag ein entschlossenes Bekenntnis der internationalen Gemeinschaft zum Walschutz. Seit Jahren gehe es auf jeder Tagung der IWC nur noch um das Stimmverhältnis, erklärte der WWF in Frankfurt. «Die IWC muss endlich wieder anfangen zu arbeiten», forderte WWF-Walexperte Volker Homes. Es gebe genügend Probleme vom Beifang über Gifte im Meerwasser bis zum Klimawandel. «Wenn die IWC-Staaten ihre Energien in diese Fragen investieren würden, kämen wir bei der Rettung der Wale endlich einen Schritt weiter», sagte Homes.

Im Kampf um die Wiederzulassung des kommerziellen Walfangs hatte Japan am Freitag überraschend einen Rückschlag hinnehmen müssen. Bei einer ersten Abstimmung über Kleinwale errangen die Gegner des Walfangs nach einer hitzigen Debatte in St. Kitts erneut die Mehrheit. Auch den von Japan gewünschten geheimen Abstimmungen erteilte die Konferenz mit knapper Mehrheit eine Absage.

Damit war die Befürchtung vorerst ausgeräumt, Japan und die übrigen Walfangbefürworter könnten damit beginnen, das seit 20 Jahren bestehende Moratorium auszuhebeln. Einige Staaten stießen noch am Samstag zu der Tagung, so dass nicht klar war, wie weitere Abstimmungen bei der Tagung, die bis zum 20. Juni dauert, ausgehen würden.

Nicolas Entrup, Sprecher der Umweltorganisation WDCS vor Ort, warnte vor zu frühem Optimismus: «Trotz der beiden wichtigen Abstimmungserfolge am ersten Tag der IWC-Tagung haben die Pro-Walfangstaaten die Mehrheit der Mitgliedstaaten auf ihrer Seite, doch sind einige noch nicht stimmberechtigt. Auch kann das Verhältnis umgehend kippen.» (nz)