Entstehung des Universums: Wollte der Papst Hawking stoppen?: 

netzeitung.dePapst wollte Hawkings Forschung beschränken

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Papst Johannes Paul II. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Papst Johannes Paul II.
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Der mittlerweile verstorbene Papst Johannes Paul II. bat einst Stephen Hawking, die Entstehung des Universums nicht zu untersuchen. Das zumindest sagt der Astrophysiker - und zieht einen humorvollen historischen Vergleich.

Papst Johannes Paul II. forderte Stephen Hawking und andere Wissenschaftler während seiner Amtszeit dazu auf, die Entstehung des Universums nicht zu erforschen. Das sagt der bekannte Astrophysiker laut einem Bericht der japanischen Tageszeitung «Mainichi News». Der damalige (und mittlerweile verstorbene) Papst habe dies damit begründet, dass der Beginn des Universums das Werk Gottes sei.

Johannes Paul II. habe diese Bemerkung bei einer Konferenz für Kosmologie im Vatikan gemacht, sagte der britische Bestseller-Autor Hawking. Er zitierte den Papst: «Es ist in Ordnung, das Universum zu erforschen und wo es begann. Aber wir sollten nicht den Beginn selbst untersuchen, weil das der Moment der Kreation und das Werk Gottes war.» Zu dem Zeitpunkt des Treffens machte Hawking keine Angaben.

Der schwer kranke Astrophysiker scherzte nun während eines Vortrags an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Hongkong: «Ich war froh, dass er nicht bemerkt hat, dass ich bei der Konferenz bereits ein Papier mit einer These darüber präsentiert hatte, wie das Universum entstanden ist. Ich war nicht erpicht darauf, wie Galileo der Inquisition übergeben zu werden.»

Die Kirche verurteilte Galileo im 17. Jahrhundert, weil er die Entdeckung von Nikolaus Kopernikus unterstützte, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Die Lehre der Kirche sah seinerzeit die Erde im Zentrum des Universums. 1992 veröffentlichte Johannes Paul II. eine Erklärung, in der er die Beschuldigung von Galileo als Fehler bezeichnete, der aus einem «tragischen beiderseitigen Unverständnis» entstanden sei. (nz)