21.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Braunbären-Männchen sind ausdauernde Wanderer.
Foto: WWF/A. Zedrosser 4nature
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Es gibt wieder einen wilden Braunbären in Deutschland - zum ersten Mal seit 170 Jahren. Bayerische Schäfer sind darüber überhaupt nicht glücklich.
Ein seit Tagen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet umherwandernder Braunbär hat Bayern erreicht. Es ist der erste in Freiheit lebende Bär seit 170 Jahren in Deutschland.
Bei Schäfern machte sich das Tier bereits Feinde. Es hat bereits sieben Schafe in Bayern gerissen. Am Sonntagnachmittag habe der Bär auf einer Weide im Landkreis Garmisch-Partenkirchen vier Schafe getötet, sagte Ulrike Bauer, Sprecherin der Naturschutzorganisation
World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland. Dann sei er verschwunden.
Der Polizei zufolge riss der Bär bereits am Samstag in der Nähe von Dickelschwaig bei Garmisch-Partenkirchen drei Schafe. In allen sieben Fällen hätten die Spuren laut WWF-Wildbiologen auf einen Bären hingedeutet.
Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) genehmigte am Abend einen Fangversuch mit einer Röhrenfalle. Ziel sei es, den Bären mit einem Peilgerät zu versehen und dann sofort wieder freizulassen, sagte ein Sprecher des Ministers. Für Montagmittag hat das bayerische Umweltministerium zu einer Pressekonferenz geladen.
Aus Österreich eingewandertNach der eindeutigen Zuordnung der Bärenspuren und -haare durch den österreichischen Bären-Experten Jörg Rauer besteht «kein Zweifel mehr, dass der Bär in Bayern war oder noch ist», sagt Bauer. Während dem WWF zufolge in Österreich bis zu 30 Bären leben, wurde in Deutschland der letzte Braunbär 1835 bei Rupolding erlegt. (nz)