netzeitung.deGrenzgänger-Bär soll eingefangen werden

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Der letzte Braunbär in Deutschland wurde im Jahr 1835 geschossen. (Foto: WWF/P. Weimann 4nature<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der letzte Braunbär in Deutschland wurde im Jahr 1835 geschossen.
Foto: WWF/P. Weimann 4nature
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Braunbär ist auf Wanderschaft im deutsch- österreichischen Grenzgebiet. Nun wollen Naturschützer das Tier einfangen.

Ein Braunbär ist seit wenigen Tagen im österreichischen Lechtal unmittelbar vor der deutschen Grenze unterwegs. Ein Bären-Anwalt der Naturschutzorganisation WWF will mit einer Bärenfalle vor Ort versuchen, das Tier auf möglichst schonende Weise einzufangen.

Der WWF möchte den Bären mit einem Halsband ausstatten, an dem ein GPS-Peilsender befestigt ist. Ein solches Halsband stört den Bären nicht in seiner Bewegungsfreiheit, ermöglicht aber ihn genau zu orten. Zum Einfangen des Tieres kommt eine Bärenfalle – eine zwei Meter lange Metall-Röhre mit einer Falltür – oder ein Betäubungsgewehr zum Einsatz. Welches Mittel eingesetzt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

Wie die WWF-Bärenanwälte mitteilen, ist der Bär extrem mobil und hält sich auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf – ein für Bären ungewöhnliches Verhalten. «Bei diesem Exemplar müssen wir offensichtlich dafür sorgen, dass er wieder Angst vor den Menschen lernt», sagt Beate Striebel, Artenschutzexpertin vom WWF Österreich. Ein Einsatz der Bären-Eingreiftruppe des WWF sei aber erst dann möglich, wenn sich der Bär länger an einem Ort aufhält.

Momentan ist der Bär eher auf Wanderschaft. Das Tier legt jeden Tag im Durchschnitt zwischen 15 und 18 Kilometern zurück. Dies sei ein Indiz dafür, dass es sich um ein junges Männchen handelt, die in kurzer Zeit große Distanzen überwinden können. Der WWF rechnet weiterhin damit, dass das Tier auch die Grenze zu Deutschland überschreiten könnte. Nach Ansicht der Naturschutzorganisation wird er aber im Alpenraum bleiben. (nz)