netzeitung.deBraunbär könnte nach Deutschland einwandern

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Braunbär (Foto: WWF/H. Heimpel 4nature<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Braunbär
Foto: WWF/H. Heimpel 4nature
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Österreich wurde ein Braunbär nahe der Grenze zu Deutschland gesichtet. Naturschützer rechnen damit, dass er einwandert.

Im österreichischen Vorarlberg und in Tirol wurde ein Braunbär beobachtet. Sollte das Wildtier die Grenze zu Deutschland überqueren, wäre es das erste auf deutschem Boden seit mehr als 170 Jahren.

In Österreich sei bereits seit einer Woche «der Bär los», teilte die Naturschutzorganisation WWF mit. Seit dem gestrigen Dienstag wird der Bär kurz vor der deutschen Grenze im Allgäu in Tirol vermutet. Er soll dort in der Ortschaft Holzgau, etwa fünf Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt, gesichtet worden sein.

Derzeit wird eine DNA-Probe analysiert, die Aufschluss über die genaue Herkunft des Tieres geben soll. Man vermutet, dass es sich um «JJ2» handelt. Dieser Bär war bereits im letzten Jahr in der Schweiz und in Tirol beobachtet worden.

In Deutschland wurde der letzte Braunbär 1835 in Rupolding erlegt. Eine Rückkehr von Meister Petz hierzulande galt bislang als äußerst unwahrscheinlich. In Österreich waren die Braunbären Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet. 130 Jahre später kehrte jedoch ein Bär in die nördlichen Kalkalpen Österreichs zurück. Das Tier wanderte aus Slowenien ein und wurde als «Ötscherbär» bekannt.

1989 setzten Artenschützer des WWF die Bärin Mira aus – das Weibchen sollte sich mit dem Ötscherbären paaren. Bereits zwei Jahre später wurde Mira mit drei Jungen gesichtet. Der WWF siedelte daraufhin zwei weitere Tiere aus. Seither wurden etwa 27 Bärenkinder in den Alpen Österreichs geboren. Stabil ist die Bären-Population in Österreich allerdings nicht: Nach Einschätzung des WWF muss der Bestand dazu auf mindestens 50 Tiere anwachsen. (nz)