27. Apr 2006 17:30
Einen Monat und 15.000 Versuche brauchte es, dann nahmen die Vögel die Grundsätze der Grammatik wahr. Es gebe kein «einzelnes Wundermittel», das den Menschen vom Tier unterscheidet, sagen Forscher nun.
Singvögel sind offenbar in der Lage, Tonfolgen einer grammatikalischen Ordnung zuzuordnen. Stare etwa können zwischen einem normal gezwitscherten «Satz» und einem getrillerten «Satz» mit eingeschobenen Nebensätzen unterscheiden, wie aus einer in der Zeitschrift «Nature» vorgestellten Studie hervorgeht. Tim Gentner, Forscher der Psychologie an der University of California in San Diego, brauchte einen Monat und 15.000 Versuche, damit die Vögel die Grundsätze der Grammatik wahrnahmen.
Mit Hilfe von Belohnung brachte er den Vögeln bei, mit ihren Schnäbeln auf Knöpfe zu picken, sobald ein bestimmtes, verschachteltes Muster von Vogelgezwitscher zu hören war. Handelte es sich um ein einfaches Muster, sollten die Stare nicht reagieren.
Nach dem Training haben neun der elf Vögel das von Gentner entwickelte Gezwitscher mit eingefügtem Satzbau zu 90 Prozent der Zeit ausgewählt. Die beiden anderen Vögel haben die Grammatik weiterhin ignoriert.
Das Experiment zeige, dass Sprache und das Erkenntnisvermögen von Tieren weitaus komplizierter ist, als Forscher jemals angenommen haben, sagte Jeffrey Elman, Professor der Kognitionswissenschaft an der gleichen Universität. Es zeige auch, dass es kein «einzelnes Wundermittel» gebe, dass den Menschen vom Tier unterscheide, sagte Elman. (nz)