netzeitung.deForscher treiben Bohnen das Gas aus

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Schwarze Bohnen (Foto: CVVB/dpa/gms<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schwarze Bohnen
Foto: CVVB/dpa/gms
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Venezolanische Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, dass den Nährwert von Bohnen fast verdoppelt. Dabei beseitigten sie auch gleich eine unangenehme Nebenwirkung der Hülsenfrüchte.

«Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen»: Dass dies - eine Anspielung auf die beim Verzehr von Bohnen übliche vermehrte Gasbildung im Darm - nicht so sein muss, haben Wissenschaftler in Venezuela herausgefunden. Sie fügten zu den in Mittel- und Südamerika weit verbreiteten Schwarzen Bohnen bestimmte Bakterien hinzu. Als Ergebnis wurden Blähungen reduziert und der Nährwert der Bohnen gesteigert, berichtet die BBC.

Bohnen sind ein wertvolles Nahrungsmittel, da sie reich an Stärke und Protein sind sowie gute Quellen von Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen und Folsäure. Allerdings haben sie Nebenwirkungen – vermehrte Gasbildung im Darm mit der Folge von Blähungen und Flatulenz.

Weniger Gasbildung
Die Forscher der Simon-Bolivar-Universität in Caracas fanden heraus, die Zugabe von Milchsäurebakterien, Lactobacillus casei (L. casei), den natürlichen Fermentierungsprozess der Bohnen verstärkt. Dadurch wird die Menge von Stoffen, die für die Gasbildung verantwortlich sind, verringert. Diese entstehen dadurch, dass Bakterien im Darm bestimmte Teile der Nahrung wie lösliche Ballaststoffe und Zucker abbauen, die der Mensch im Magen nicht verarbeiten kann.

Bislang gibt es nur die Methode, die Bohnen vor dem Kochen zu wässern, um die Gasbildung zu verringern. Mit den für die Gasbildung verantwortlichen Stoffen werden jedoch auch wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe ausgeschwemmt.

L. casei
Wie die Forschergruppe im «Journal of the Science of Food and Agriculture» schreiben, sank die Menge an löslichen Ballaststoffen durch die Zugabe von L. casei um zwei Drittel, die von Raffinose, einem weiteren gasauslösenden Stoff, um rund 90 Prozent.

Gleichzeitig stellten sie fest, dass sich die Menge an unlöslichen Ballaststoffen fast verdoppelt hatte. Diese Stoffe sollen einen wohltuenden Effekt auf den Darm haben und Giftstoffe aus dem Verdauungstrakt entfernen.

«Wenn man davon ausgeht, dass Flatulenz eine der Hauptgründe ist, warum wertvolle Nahrungsmittel wie diese nicht gegessen werden, wäre es sinnvoll, auf nährreiche und nicht blähende Bohnen zu setzen», sagte Teamleiterin Marisela Granito.

Langsame Gewöhnung
Ob das allerdings notwendig ist, bezweifelt Ernährungsexpertin Frankie Phillips. «Abgesehen von den offensichtlichen sozialen Bedenken verursachen Blähungen, die von Bohnen und anderem Gemüse verursacht werden, keine körperlichen Schäden», sagte die Sprecherin der britischen Gesellschaft für Ernährung BBC. Statt Bohnen mit Bakterien zu versetzen, könne man den Körper auch durch kleine, sich steigernde Dosen umstellen. (nz)