Studie: Bessere Noten durch weniger Fernsehen
26.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Fernseher im Kinderzimmer führt bereits in der Grundschule zu Notenproblemen. Jungen und Mädchen der vierten Klasse mit einem eigenen Bildschirm «haben deutlich schlechtere Schulnoten in Deutsch, Mathematik und Sachkunde», heißt es in einer Analyse des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Die Untersuchung fußt auf einer repräsentativen Befragung von rund 6000 Grundschülern aus sechs Bundesländern.
«Damit sind Schulleistungen stärker vom TV-Konsum abhängig als vom sozialen Hintergrund», sagt der Leiter der Forschungseinrichtung, Christian Pfeiffer. Je früher Jugendliche regelmäßig vor dem Fernseher säßen, umso schlechter seien «der spätere Lernerfolg und der Schulabschluss - mit Ausnahme der Hochbegabten», ergänzt der Wissenschaftler.
Auch der Konsum brutaler Videospiele dämpft die schulische Leistungsfähigkeit von Grundschülern, so die Studie. «Wer von nicht-jugendfreien Spielen die Finger lässt, ist schon als Zehnjähriger eine Note besser als diejenigen, die sie regelmäßig spielen», erläutert der frühere Justizminister Niedersachsens.
«Die Untersuchung», sagt Pfeiffer weiter, «zeigt im Hinblick auf die Pisa-Studie auch weitere Gründe für das schlechtere Abschneiden des Nordens, der Migranten sowie der männlichen Jugendlichen in Deutschland. Überall dort stehen mehr Playstations und Fernseher in den Kinderzimmern.» Gründe für dieses Phänomen nannte er nicht.
Fast jedes zweite Kind gab an, es könne - ungefragt und so lange es will - fernsehen oder Videospiele spielen. Dabei benötigten Kinder bei der Auswahl geeigneter Fernsehsendungen und Computerspiele «die Aufmerksamkeit und Unterstützung von Erwachsenen», empfiehlt Pfeiffer. Die Studie soll Ende Mai offiziell vorgestellt werden. (AP)

