netzeitung.deNichts geht mehr: Burn-Out bei zu viel Stress

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Zu viel Stress am Arbeitsplatz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zu viel Stress am Arbeitsplatz
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Betroffenen halten sich oft für unentbehrlich und arbeiten selbst dann weiter, wenn sie schon kurz vor dem Burn-Out stehen: Lustlosigkeit und Schlafstörungen sind Anzeichen von zu viel Stress.

Wer ständig zu viel und unter zu viel Druck arbeitet, riskiert, dass er nach einiger Zeit nicht mehr kann. Burn-Out-Syndrom heißt das. «Das entwickelt sich oft über Monate oder Jahre», sagte Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Aachen.

Anzeichen für ein Burn-Out sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Lustlosigkeit. Wenn man nichts dagegen unternimmt, kann der Erschöpfungszustand zu einem Hörsturz oder einem Nervenzusammenbruch führen. «Das heißt, der Körper hat alle Kraftreserven verbraucht.»

Am Montag war der SPD-Politiker Matthias Platzeck zurückgetreten, nachdem er in den vergangenen Wochen einen Hörsturz und einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Platzeck selbst hatte eingeräumt, sich mit seiner Arbeitsbelastung übernommen zu haben.

Außer Politikern seien auch Menschen aus sozialen Berufen wie Krankenschwestern, Ärzte oder Lehrer häufig langfristig zu belastet, sagte Bergmann. «Es trifft oft die Menschen mit einem hohen persönlichen Einsatz.» Sie laden sich laut Bergmann immer mehr Arbeit auf und vernachlässigen dabei zugleich ihre sozialen Kontakte. Der Schlafmangel wirke sich zusätzlich verschärfend aus.

Das Hauptproblem sei, dass die Betroffenen sich oft für unentbehrlich hielten. So wachse die Belastung stetig an.

Der Ausweg: Ruhe. «Man muss dem Körper Gelegenheit geben, sich zu erholen», sagt der Experte Bisweilen würden auch Medikamente gegen Depressionen verabreicht. Ein Hörsturz werde zudem mit einer durchblutungsfördernden Therapie behandelt. Wenn die erste Phase der Behandlung nach etwa zehn Tagen abgeschlossen sei, könne eine Psychotherapie oder Supervision folgen.

Hier könnten die Patienten lernen, ihre Kräfte einzuteilen, zu delegieren und auf ihren Körper zu hören. Grundsätzlich wird die Behandlung eines Burn-Out-Syndroms laut Bergmann von der Kasse übernommen. (nz)