Nichts geht mehr: Burn-Out bei zu viel Stress
12.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Anzeichen für ein Burn-Out sind Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Lustlosigkeit. Wenn man nichts dagegen unternimmt, kann der Erschöpfungszustand zu einem Hörsturz oder einem Nervenzusammenbruch führen. «Das heißt, der Körper hat alle Kraftreserven verbraucht.»
Am Montag war der SPD-Politiker Matthias Platzeck zurückgetreten, nachdem er in den vergangenen Wochen einen Hörsturz und einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Platzeck selbst hatte eingeräumt, sich mit seiner Arbeitsbelastung übernommen zu haben.
Außer Politikern seien auch Menschen aus sozialen Berufen wie Krankenschwestern, Ärzte oder Lehrer häufig langfristig zu belastet, sagte Bergmann. «Es trifft oft die Menschen mit einem hohen persönlichen Einsatz.» Sie laden sich laut Bergmann immer mehr Arbeit auf und vernachlässigen dabei zugleich ihre sozialen Kontakte. Der Schlafmangel wirke sich zusätzlich verschärfend aus.
Das Hauptproblem sei, dass die Betroffenen sich oft für unentbehrlich hielten. So wachse die Belastung stetig an.
Der Ausweg: Ruhe. «Man muss dem Körper Gelegenheit geben, sich zu erholen», sagt der Experte Bisweilen würden auch Medikamente gegen Depressionen verabreicht. Ein Hörsturz werde zudem mit einer durchblutungsfördernden Therapie behandelt. Wenn die erste Phase der Behandlung nach etwa zehn Tagen abgeschlossen sei, könne eine Psychotherapie oder Supervision folgen.
Hier könnten die Patienten lernen, ihre Kräfte einzuteilen, zu delegieren und auf ihren Körper zu hören. Grundsätzlich wird die Behandlung eines Burn-Out-Syndroms laut Bergmann von der Kasse übernommen. (nz)

