Zahnbehandlung mit dem Feuerstein-Bohrer
Es handele sich um Löcher von etwa ein bis drei Millimeter Durchmesser und bis über drei Millimeter Tiefe. Konzentrisch angeordnete Vorsprünge in ihren Wänden lassen die Forscher darauf schließen, dass die Löcher gebohrt wurden. Abnutzungsspuren an den Vorsprüngen zeigten, dass nach dem Bohren noch mit den Zähnen gekaut wurde – was belege, dass die Patienten den Eingriff überlebten.
Möglicherweise wurden die Löcher auch mit Füllungen versehen. Denn bei den Behandlungen wurden zum Teil auch schmerzempfindliche Zahnteile freigelegt, berichten die Wissenschaftler. Überreste von Füllungen fanden sie jedoch nicht.
Beim Werkzeug der steinzeitlichen Zahnärzte handelte es sich wahrscheinlich um Feuerstein-Bohrer, mit denen bereits Perlen aus Knochen, Kalkschalen oder Türkisgestein bearbeitet wurden. Bei den Zähnen könnten sie gegen Karies eingesetzt worden sein, vermuten die Forscher. Erwiesen sei dies jedoch nicht, da auch gesunde Zähne angebohrt wurden. Ausschließen können sie aber die Zahnbehandlung zur Verschönerung. Dafür lagen die behandelten Zähne zu tief im Mund. (nz)
