Geheimnis des Vogelgesangs gelüftet
28.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Entdeckung machten Forscher um den deutschen Biologen Tobias Riede von der Berliner Humboldt-Universität im US-Fachblatt «Proceedings of the National Academy of Sciences» (Bd. 103, S. 5543). Der Stimmapparat der gefiederten Sänger zeichnet sich demnach, genau wie der des Menschen, durch große Flexibilität aus.
Die Forscher machten Röntgenaufnahmen von Roten Kardinälen (Cardinalis cardinalis). In den Röntgenfilmen ist zu sehen, dass die Vögel ihre Stimmbänder beim Singen zyklisch dehnen. Diese Bewegung pflanzt sich in den Rachen fort, drückt ihn leicht zusammen und schafft dabei freien Raum, der die tieferen Töne hergibt.
Bisher waren Biologen davon ausgegangen, dass der Stimmtrakt von Vögeln starr ist und sie ihre Tonalität ausschließlich durch Veränderung ihrer Schnabelöffnung erlangen. «Singvögel, die ihre Laute genau wie Menschen erlernen, zeigen damit eine weitere Analogie zum Menschen - die präzise Bewegungssteuerung, um in der Kehle komplexe Laute zu erzeugen», merkte Riede dazu an. (nz)

