25.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Sommerzeit ist hier wohl nicht schuld
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wer am Sonntag nur schwer aus dem Bett kommt, kann nicht die Umstellung auf Sommerzeit verantwortlich machen. Deren Wirkung auf den Körper wird oft überschätzt.
Die Angst vor körperlichen Belastungen durch die Umstellung auf die Sommerzeit ist dem Neuropsychologen Hartmut Schulz zufolge unbegründet. «Eine Zeitverschiebung von einer Stunde ist für die allermeisten Menschen überhaupt kein Problem und leicht zu verkraften», sagte der Leiter der Abteilung Neuropsychologie und Schlafmedizin am Helios-Klinikum in Erfurt. In der Nacht zum Sonntag werden in Europa die Uhren eine Stunde vorgestellt.
«Der technische Aufwand der Zeitumstellung ist viel größer als die vermeintlichen körperlichen Auswirkungen», sagte Schulz. Im Frühjahr stelle sich der Körper aufgrund der längeren Sonnenscheindauer und heller werdender Tage ohnehin auf einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus um.
«Die biologische Uhr tickt also unabhängig von der Formalie Sommerzeit sowieso bereits anders», erklärt der Wissenschaftler. Verantwortlich dafür sei das Hormon Melatonin, das den Rhythmus steuert und bei Dunkelheit ausgeschüttet wird.
Frühaufsteher haben es leichterDie wenigsten Probleme mit der Sommerzeit-Einführung haben Schulz zufolge regelmäßige Frühaufsteher. «Das ist eine Frage der Gewohnheit.» Aber auch Langschläfer beeinträchtige der Verlust einer Stunde Schlaf nicht ernsthaft. Selbst bei Menschen mit behandlungsbedürftigen Schlafstörungen wirke sich die Zeitumstellung meist nicht negativ aus. Nur bei Menschen mit einem ohnehin gestörten Wach-Schlaf-Rhythmus könne sie die Schlafprobleme verschärfen.
In der Nacht vom Samstag zum Sonntag werden in Deutschland und Europa die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt. In Deutschland endet die Sommerzeit am 29. Oktober. (nz)