21.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Regenwald in Brasilien
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Schlechte Nachrichten zum «Tag des Waldes»: Die Abholzung des Regenwaldes schreite unvermindert voran, berichtet die Weltraumagentur Esa. Greenpeace sieht eine Mitschuld daran bei Deutschland.
Der tropische Regenwald wird laut der Europäischen Weltraumagentur Esa trotz der Diskussionen um seine Rettung genauso abgeholzt wie vor zehn Jahren. «Da hat sich nicht viel getan», sagte Martin Herold in Jena anlässlich des internationalen Tags des Waldes. Die Esa untersucht die globale Veränderung des Waldes und der Erdoberfläche.
Die Umwelt-Organisation Greenpeace stellte zum internationalen Tag des Waldes Karten der letzten Urwälder vor. Nur ein Fünftel der weltweiten Fläche, auf der nach heutigen klimatischen Bedingungen Wälder wachsen könnten, seien intakte Waldlandschaften, warnte Greenpeace. Vier Fünftel der möglichen Waldfläche seien zerstört, in Plantagen umgewandelt oder durch Straßen, Siedlungen oder Industrie in kleine Waldgebiete zersplittert.
Deutschland trägt Greenpeace zufolge Mitschuld an der Urwaldzerstörung. Illegal gefälltes Holz werde nach wie vor nach Deutschland importiert. Greenpeace forderte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, zügig ein Urwaldschutzgesetz zu verabschieden, das Besitz und Handel von Holz aus illegalem Einschlag verbietet.
Der Naturschutzbund Nabu appellierte an die Bundesländer, ihren Wald nicht komplett zu privatisieren. Bisher plant Schleswig-Holstein den Verkauf des Landeswaldes. Der Nabu schlug Landesstiftungen vor, die das Eigentum auf Basis stabiler Kapitalerträge sichern könnten. Bundesweit sei die Waldfläche von 1992 bis 2004 zwar deutlich gestiegen, aber das Baumsterben gehe umgebremst weiter, warnte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke in Berlin. (nz)