netzeitung.deWWF-Studie: Zwei von drei Flüssen sind verbaut

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Selbstgewähltes Bett: Frei fließender Fluss in Peru (Foto: WWF-Canon/André Bärtschi<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Selbstgewähltes Bett: Frei fließender Fluss in Peru
Foto: WWF-Canon/André Bärtschi
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Nutzung von Flüssen als Energielieferant und Transportweg wird immer weiter vorangetrieben. Einzigartige Ökosysteme bleiben dabei auf der Strecke.

Weltweit sind nur noch ein Drittel der 177 Flüsse ab 1000 Kilometer Länge und ihrer Nebenflüsse frei von Dämmen, Staustufen und Sperrwerken. Wie der WWF in einer am Montag veröffentlichten Studie berichtet, fließen nur noch 21 der großen Flüsse und 43 ihrer Nebenflüsse uneingeschränkt von der Quelle bis zur Mündung.

Die Naturschutzorganisation befürchtet, dass vor allem in den Entwicklungsländern fast alle dieser Flüsse schon bis 2020 mit Staudämmen und Wasserkraftwerken verbaut sein werden. «Langfristig werden die Flüsse auf der ganzen Welt zu bloßen Transportwegen und Energielieferanten degradiert», kommentiert Georg Rast, Süßwasserexperte des WWF, die Verfehlungen der globalen Flusspolitik.

Kaum ein Fluss könne noch seine natürlichen Funktionen als Lebensraum, als Trinkwasserquelle für Menschen und Tiere oder als Lieferant für Speisefische erfüllen. Auf der Strecke bleiben nach Ansicht von Rast nicht nur vom Aussterben bedrohte Arten wie die Riesenwelse im Amazonas- und Mekong-Becken oder die Flussdelfine im Ganges, sondern auch die Nahrungsbasis für viele Menschen. Zudem steige mit dem Grad der Verbauung und der Begradigungen die Hochwassergefahr.

Die meisten der letzten frei fließenden Flüsse fand der WWF in Asien, gefolgt von Süd- und Nordamerika. In Europa westlich des Uralgebirges genügt einzig die Petschora in Russland den Kriterien der aktuellen WWF-Studie. Besonders düster sieht es nach Einschätzung von Georg Rast für die Flüsse in Deutschland aus: Von den vier großen Flüssen Rhein, Donau, Elbe, Oder weisen zwar drei noch längere freie Fließstrecken auf, doch sind sie alle durchgängig durch Uferbefestigungen und Hochwasserdeiche erheblich beeinträchtigt. (nz)