Gratistherapie könnte arme Aids-Kranke retten
10.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Wie die Forscher jetzt in der Fachzeitschrift «The Lancet» berichten, ist die Sterblichkeit in den ersten Monaten in den südlichen Ländern jedoch deutlich höher als in Europa und Nordamerika. Dies sei auf die fortgeschrittene Zerstörung des Immunsystems durch HIV und die oft gleichzeitig bestehende Tuberkulose bei den Patienten in Entwicklungsländern zurückzuführen, teilte die Uni Bern mit. «In den Industrieländern wird meistens früher behandelt», sagt Egger.
Die Forscher beobachteten auch, dass die Sterblichkeit höher ausfiel, wenn die Patienten für die Behandlung selber aufkommen mussten. «Wahrscheinlich wurde die Therapie unterbrochen, weil das Geld fehlte», vermutet Paula Braitstein, die Projektleiterin in Bern. Die Autoren fordern daher, dass die Therapie kostenlos zur Verfügung gestellt wird und rechtzeitig beginnt.
Der Erfolg der Haart-Programme soll weiter untersucht werden. Eine Weiterführung des Projekts wurde vor kurzem bewilligt, teilte die Uni Bern mit. Künftig wird sich die Forschung auf die südafrikanischen Länder Malawi, Botswana, Südafrika, Simbabwe, Mosambik konzentrieren. (nz)

