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Kaffeewarnung bei langsamem Stoffwechsel

08. Mrz 2006 12:16
Welche Substanzen aus gerösteten Kaffeebohnen Infarkte begünstigen ist bislang unklar.
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Ob und warum Kaffee schlecht fürs Herz ist, ist umstritten. Nach neuen Erkenntnissen könnte Kaffeetrinken das Infarkt-Risiko jedes zweiten Menschen erhöhen.

Die Abbaurate von Koffein im Körper beeinflusst das Infarktrisiko von Kaffeetrinkern. Nach einer aktuellen Studie könnten Menschen mit einer bestimmten Veranlagung deutlich stärker gefährdet sein als andere.

Mehr in der Netzeitung:
Ein Forscherteam um Ahmed El Sohemy von der kanadischen University of Toronto hat 2014 Herzinfarkt-Patienten zu ihrem Kaffeekonsum befragt. Die Forscher untersuchten zudem das Gen der Patienten für ein bestimmtes Enzym. Das so genannte CYP1A2 ist ein Protein, das in der Leber das im Kaffee enthaltene Koffein abbaut.

Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of the American Medical Association» berichten, gibt es langsame und schnelle Koffein-Stoffwechsler. 55 Prozent der Infarktpatienten trugen die Genvariante für das langsame Enzym.

Der Vergleich mit 2014 gesunden Menschen zeigte, dass das Infarktrisiko der langsamen Koffein-Stoffwechsler bei zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag um mehr als ein Drittel erhöht war. Bei vier oder mehr Tassen war das Risiko eines Infarkts um fast zwei Drittel erhöht. Dagegen senkt Kaffeekonsum das Infarktrisiko der schnellen Koffein-Stoffwechsler: bei zwei bis drei Tassen täglich um 22 Prozent. Bei vier oder mehr Tassen war der Schutzeffekt deutlich geringer und lag bei einem Prozent Risikominderung.

Mehr im Internet:
«In Übereinstimmung mit den meisten Patientenstudien haben wir nachgewiesen, dass erhöhter Kaffeekonsum mit einem erhöhten Risiko für einen nicht-tödlichen Infarkt einhergeht», schreiben die Autoren. Dieser Zusammenhang gelte jedoch nur für die langsamen Koffein-Stoffwechsler. Dass Menschen, die Koffein schneller abbauen, nicht stärker gefährdet seien, deute darauf, dass Koffein die für das Risiko entscheidende Substanz sei. Bislang war umstritten, ob dieser oder andere Inhaltsstoffe dafür verantwortlich seien. (nz)
 
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