01.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Weißbüschelaffen-Paar (rechts: Männchen)
Foto: Jeff Miller
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr: Monogame Affen bereiten sich daher auch körperlich auf die Vaterschaft vor.
Affenmännchen nehmen zu, wenn ihre Partnerinnen schwanger werden. Das haben US-Forscher jetzt an Weißbüschelaffen (
Callithrix jacchus) und Lisztäffchen (
Saguinus oedipus) nachgewiesen.
Forscher um Toni Ziegler vom Primaten-Forschungszentrum der US-amerikanischen
University of Wisconsin in Madison stellten fest, dass einige Weißbüschel- und Lisztaffenmännchen schon Fett ansetzten, als von der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen noch nichts zu sehen war. Während die künftigen Mütter vor allem am Ende ihrer Schwangerschaft rund und schwer wurden, begann die Gewichtszunahme der werdenden Affenpapas vom ersten Monat der Schwangerschaft an.
Beide etwa Eichhörnchen-große Arten sind monogam. Die Affenpapas verbringen oft mehr Zeit mit dem Nachwuchs als die Mütter. Die männlichen Weißbüschelaffen und Lisztäffchen übernehmen die Kinderpflege unmittelbar nach der Geburt. Bei einer Mehrfachgeburt werden sie zu wahren Lastenträgern. Die Forscher nehmen an, dass sich die Männchen körperliche Reserven anlegen, um für die Herausforderung der bevorstehenden Vaterschaft gewappnet zu sein.
Frühere Studien hatten ähnliche Tendenzen bei Menschen gefunden. Demnach nehmen künftige Väter häufig nicht nur zu, sondern leiden manchmal auch unter den gleichen Symptomen wie ihre Frauen: Übelkeit, Kopfschmerzen, Unruhe und Rückenbeschwerden. Dies ist aber eher psychosomatisch bedingt. Dagegen hat die Gewichtszunahme der Affenmännchen vor allem mit hormonellen Veränderungen zu tun, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Biology Letters». (nz)