netzeitung.deImpfstoff schützt gegen Bio-Waffe

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Dreidimensionales Modell eines Rizin-Moleküls Bild: PNAS (Bild: PNAS<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dreidimensionales Modell eines Rizin-Moleküls Bild: PNAS
Bild: PNAS
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Rizin ist ein pflanzliches Gift, das auch als Biowaffe eingesetzt werden könnte. Doch Menschen könnten gegen die Vergiftung geimpft werden.

Ein experimenteller Impfstoff schützt gegen das Gift Rizin. In einem ersten klinischen Test entwickelten Probanden Antikörper, die das Gift neutralisierten.

Ellen Vitetta und Kollegen von der US-amerikanischen University of Texas in Dallas haben eine veränderte Form des Giftes hergestellt. Zunächst testeten sie diese als Impfstoff an Mäusen. Anschließend verabreichten die Mediziner 15 gesunden Probanden unterschiedlich hohe Dosen.

Wie sie jetzt in der Online-Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences» berichten, bildeten alle fünf Teilnehmer in der höchstdosierten Gruppe und vier von fünf in der Gruppe mit der mittleren Dosierung Antikörper. Als Nebenwirkungen nannten die Teilnehmer der Pilotstudie leichte Kopfschmerzen und – durch die Injektion – Schmerzen am Arm.

Die menschlichen Antikörper wurden danach zusammen mit einer Spritze Rizin Mäusen injiziert. Sämtliche Nager überlebten das Experiment. Die Forscher um Vitetta gehen davon aus, dass die Probanden selbst die Injektion der ein- bis zehnfachen für Menschen tödlichen Dosis Rizin überleben würden.

Rizin ist ein Gift, das auch als Bio-Waffe eingesetzt werden könnte. Es wird aus den Samen des Wunderbaumes Ricinus communis gewonnen, aus denen auch das ungiftige Rizinusöl gepresst wird. Rizin bremst die Eiweißherstellung im Körper. Dadurch wird der gesamte Stoffwechsel lahm gelegt. Schon nach vier bis acht Stunden setzt ein hohes Fieber ein. Dann kommt es zu Blutungen in der Lunge. Die Vergiftung führt innerhalb von 36 bis 70 Stunden zum Tod. (nz)