06.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Zu groß für Räuber: Der Grüne Papageienfisch Sparisoma viride
Foto: Science
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Schutzgebieten im Meer kommen große Fische häufiger vor. Die Rückkehr großer Raubfische in Korallenriffe hat sich anders ausgewirkt, als Forscher befürchtet hatten.
Von der Rückkehr des Nassau-Zackenbarsches profitierte der gesamte Lebensraum in einem Meeresschutzgebiet vor den Bahamas. Die Anwesenheit der großen Raubfische förderten entgegen der Erwartungen von Forschern das Korallenwachstum.
In Riffen wie dem vor den Bahamas sind die Nassau-Zackenbarsche
Epinephelus striatus die größten Raubfische. Meereswissenschaftler hatten befürchtet, dass ihre Rückkehr in das Riff dem Lebensraum schaden könne. «Die Räuber hätten die Papageienfische dezimieren können», wird der leitende Forscher Peter Mumby in einer Mitteilung der britischen
University of Exeter zitiert.
Papageienfische grasen die Korallenriffe ab. Sie befreien die Korallenstöcke von Algen und schaffen neuen Lebensraum, in dem Korallen wachsen können.
Wie das Team um Mumby in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science» berichtet, fressen die Zackenbarsche Papageienfische. Ab einer Größe von 28 Zentimetern sind diese jedoch zu groß oder zu schnell für die Räuber. In Riffen, zu denen die Zackenbarsche zurückgekehrt waren, fanden die Wissenschaftler mehr der größeren Papageienfische. Diese seien die effektiveren Riffgärtner, sagen die Forscher. Das Abgrasen der Riffe werde durch die Zackenbarsche nicht beeinträchtigt.
Solche Befunde könnten Regierungen überzeugen, mehr Meeresschutzgebiete einzurichten, schreibt Ove Hoegh-Guldberg von der australischen University of Queensland in einem begleitenden Kommentar in der gleichen «Science»-Ausgabe. Sie belegten, dass der Gebietsschutz ein wirksames Mittel zur Bewahrung der Artenvielfalt sei. (nz)