netzeitung.deElefantenhaar verrät Fressgewohnheiten

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Nur innerhalb von Schutzgebieten wird der Konflikt zwischen Elefant und Mensch vermieden. (Foto: George Wittemyer<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nur innerhalb von Schutzgebieten wird der Konflikt zwischen Elefant und Mensch vermieden.
Foto: George Wittemyer
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit Funkhalsbändern und chemischen Analyseverfahren haben Forscher Elefanten untersucht. Sie dokumentierten unter anderem die letzte Wanderung eines Bullen.

Die Zusammensetzung von Elefantenhaaren und ihr Bewegungsverhalten zeigen Forschern, wo Schutzgebiete eingerichtet werden müssen. «Das ist eine neue Methode, das Verhalten von Elefanten zu verstehen und ihr Überleben zu sichern», sagt Thure Cerling von der US-amerikanischen University of Utah in Salt Lake City.

Ein Team um den Wissenschaftler beobachtete sieben Elefanten im Samburu-Reservat in Kenia über zwei Jahre. Sie analysierten Kohlenstoff- und Stickstoff aus aufgesammelten Haaren der Quaste am Schwanz der Tiere. Mithilfe von Satelliten verfolgten sie zudem die Wanderungen der Elefanten, die Funkhalsbänder trugen.

Sechs der sieben Tiere fraßen in etwa dasselbe, berichtet das Team in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences». Sie ernährten sich vor allem von Sträuchern, Ästen und Gräsern. Ein Elefantenbulle, genannt «Lewis», scherte jedoch aus und fraß der Haaranalyse zufolge deutlich mehr Gräser. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um Maispflanzen, die Lewis während nächtlicher Beutezüge auf Feldern außerhalb des Reservats zu sich nahm.

Elefanten wandern aus drei Gründen, erläutert Mitautor Iain Douglas- Hamilton von der Elefantenschutzstiftung «Save the Elephants» in Nairobi: Lebensunterhalt, Sicherheit und Sex. Vor allem für Bullen sei die Ernährung sehr wichtig. «Wenn sie den Wettbewerb um Weibchen gewinnen sollen, brauchen sie sehr gutes Futter», sagt Douglas- Hamilton.

Das sei der Grund für Streifzüge auf Felder, die für die Tiere tödlich enden können. So wurde auch Lewis sehr wahrscheinlich von einem Bauern angeschossen und starb ein Jahr nach der Studie an den Schussverletzungen.

Nach Ansicht der Forscher ist es wichtig, herauszufinden, wie viel der Elefantennahrung von Kulturpflanzen wie Mais stammt. So lasse sich nicht nur der Schaden an der Saat ermessen, sondern auch, ob die Schutzgebiete für die Tiere ausreichend groß seien. Mit diesem Wissen könnten die Konflikte zwischen Elefanten und Menschen entschärft werden. (nz)