19.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Schreiendes Baby
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wenn Säuglinge bei ihrer Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen, kann das ernste Gesundheitsschäden verursachen. Sie können lernbehindert und im schlimmsten Fall autistisch werden.
Sauerstoffmangel bei der Geburt kann einer US-Studie zufolge Hör- und Lernprobleme und sogar Autismus bei Kleinkindern verursachen. Die Forscher der Universität von Kalifornien in San Francisco berichten in den «Proceedings» der amerikanischen Akademie der Wissenschaften über die Ergebnisse ihrer Versuche an Ratten.
Die Wissenschaftler verringerten zuerst die Sauerstoffzufuhr für gerade geborene Rattenbabys, bis die Tiere das Bewusstsein verloren. Später fanden sie durch weitere Experimente heraus, dass diese Ratten schlechter hören konnten und langsamer lernten als normal geborene Artgenossen. Dies könnte den Wissenschaftlern zufolge beim Menschen ähnlich sein beispielsweise dann, wenn sich die Nabelschnur bei der Geburt um den Hals eines Babys wickelt und es deshalb nur wenig Sauerstoff bekommt.
Die Forscher gehen in diesem Zusammenhang auch vor einer höheren Autismusgefahr aus. Denn die beruht ihnen zufolge nicht nur auf einer erblichen Veranlagung, sondern auch auf äußeren Faktoren wie Umweltgiften, Infektionen und Drogenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. (nz)