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In fetten Jahren wuchsen Dinosaurier schneller

16. Dez 2005 11:00
Plateosaurus-Modell
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Was ihren Stoffwechsel angeht, stehen Dinosaurier zwischen Reptilien und Säugetieren. Der «deutsche Dino» machte jedoch alles anders.

Der Plateosaurus konnte seine Wachstums-Geschwindigkeit an die Umweltbedingungen anpassen. Unter den Dinosauriern scheint die Art mit dieser Fähigkeit allein zu stehen – oder die Stammesgeschichte der Urweltechsen muss umgeschrieben werden.

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«Im Prinzip wuchsen Dinosaurier wie wir», sagt der Bonner Paläontologe Martin Sander. Reptilien machen das jedoch anders: Bei knapper Nahrung wachsen sie langsamer als bei reichlichem Nahrungsangebot. Eine Schildkröte kann daher im gleichen Alter 30, 40 oder auch 60 Zentimeter lang sein. «Warmblüter dagegen können ihren Stoffwechsel nicht so einfach herunterfahren», sagt der Privatdozent. Wenn das Nahrungsangebot nicht reicht, sterben sie.

Die meisten Dinosaurier standen dazwischen. Sie stammen zwar von Reptilien ab, viele von ihnen waren jedoch bereits warmblütig, darüber sind sich die meisten Forscher heute einig. Und sie wuchsen wie die heutigen Säugetiere nach einem genetisch programmiertem Muster und zudem relativ schnell.

«Unsere Ergebnisse werfen diese Vorstellung jedoch zumindest für einen Dinosaurier über den Haufen», sagt Sander. Er hat Knochen des Plateosaurus engelhardti untersucht, gemessen an der Zahl der Fossilfunde der bedeutendste «deutsche Dinosaurier». Der Plateosaurus lebte vor etwa 200 Millionen Jahren und war der erste richtig große Vertreter. Er wurde bis zu zehn Meter lang und mehrere Tonnen schwer.

Jahresringe in <i>Plateosaurus</i>-Knochen
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Das Knochenwachstum verlief bei den Tieren mit kurzzeitigen Unterbrechungen, sodass ähnlich wie bei Bäumen «Jahresringe» zu erkennen sind. Bei schnellem Wachstum ist der Abstand zwischen diesen Jahresringen groß. «Bei vielen Tieren folgten die Jahresringe jedoch zumindest zeitweise deutlich dichter aufeinander», wird der Paläontologe in einer Mitteilung der Uni Bonn zitiert. In diesen Phasen scheinen die Saurier nur langsam gewachsen zu sein.

An dem Knochenbau lässt sich auch ablesen, wann die Tiere ausgewachsen waren: «Manche hatten ihre maximale Größe schon mit zwölf Jahren erreicht, andere wuchsen selbst mit 27 Jahren noch weiter, sagt Sander.

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Alle anderen Dinosaurier scheinen dagegen gleichmäßig gewachsen zu sein. Das gilt für die engsten Verwandten von Plateosaurus, aber auch für Saurier, die in der Evolution weit früher auftauchten.

«Dieser Befund stellt uns vor ein Rätsel», sagt Sander. Der Plateosaurus könnte einfach nur eine Ausnahme sein. Sehr wahrscheinlich erscheint den Forschern diese These aber nicht. Vielleicht habe man die bisherigen Knochenfunde nicht korrekt interpretiert, sagt Sander: «Oder der Dino-Stammbaum, wie wir ihn uns heute vorstellen, stimmt einfach nicht.» (nz)

 
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