13.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Bekannt und beliebt: Siebenpunkt-Marienkäfer
Foto: Michael Welling (Braunschweig)
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Jedes Jahr kürt ein Kuratorium das Insekt des Jahres. Die Wahl für 2006 fiel auf einen Käfer, der nicht nur beliebt, sondern auch nützlich ist.
Der Siebenpunkt-Marienkäfer
Coccinella septempunctata ist das «Insekt des Jahres 2006». «Alle kennen ihn, und doch gibt es immer noch viele irrige Vorstellungen», sagt Holger Dathe, der Leiter des
Deutschen Entomologischen Instituts und Vorsitzender des Kuratoriums.
Weit verbreitet sei etwa die Annahme, dass die Zahl der Punkte etwas mit dem Alter des Käfers zu tun hätte. Die Zahl der Punkte ist aber sein ganzes, maximal einjähriges Leben lang gleich. Nur die Größe der Punkte nimmt von West nach Ost zu.
Das Insekt des Jahres wurde gemeinsam mit der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft ausgewählt, teilte die Biologische Bundesanstalt mit. Die Menschen in Mitteleuropa stufen den Siebenpunkt als Nützling ein, da die Larven und die Käfer große Mengen an Blattläusen vertilgen. Aktuelle Langzeituntersuchungen zeigen, dass die Verbreitung der Käfer im Getreidefeld gefördert werden sollte.
Für die Bauern im Mittelalter waren sie ein Geschenk der heiligen Maria, daher stammt ihr Name. Der Siebenpunkt-Marienkäfer wird auch Glückskäfer genannt, weil die Zahl Sieben die Anzahl schwarzer Punkte auf den roten Flügeldecken des Käfers als Glückszahl gilt. Marienkäfer sollen Kinder beschützen und Kranke heilen. Sie galten etwa als geheiligte Tiere der Freyja, der nordgermanischen Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit.
Der Siebenpunkt gehört zur großen Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Weltweit kennt man etwa 5500 Arten vor allem in den Tropen und Subtropen. In Deutschland wurden bisher 80 Arten nachgewiesen. (nz)