netzeitung.deRaubbau an der Natur macht Menschen krank

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Sauberes Trinkwasser ist in vielen Regionen knapp. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sauberes Trinkwasser ist in vielen Regionen knapp.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Verschmutztes Trinkwasser, Mangelernährung und Krankheiten: Die WHO stellt eine Studie zum Einfluss der Umweltzerstörung auf die Gesundheit vor.

Der zunehmende Raubbau an der Natur macht nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer mehr Menschen krank. Bereits 60 Prozent der Naturschätze wie Trinkwasser und saubere Luft würden heute zerstörerisch und nicht nachhaltig genutzt, heißt es in einer an diesem Freitag (Ortszeit) in Bangkok vorgestellten Studie.

Wissenschaftler warnen in der Erhebung «Ökosysteme und menschliches Wohlbefinden» («Ecosystems and Human Well-being) davor, dass eine weitere Verschlechterung gravierende Folgen für die menschliche Gesundheit in den kommenden 50 Jahren haben kann.

Der Verlust von Fischgründen und Ackerland wurde als wichtiger Faktor für die Mangelernährung von heute weltweit 800 Millionen Menschen bezeichnet. Mehr als eine Milliarde Menschen hätten keinen Zugang zu sauberem Wasser, damit zusammenhängende Infektionskrankheiten kosteten jährlich über drei Millionen Menschen Leben, sagten die Experten.

Der überwiegende Teil der Menschheit nutze zudem feste Brennstoffe wie Holz zum Heizen und Kochen. Dies trage nicht nur zur weltweiten Abholzung der Wälder bei, sondern führe wegen des gesundheitsschädlichen Rauchs auch zu zahlreichen Atemwegerkrankungen und anderen Leiden.

»In den vergangenen 50 Jahren haben die Menschen die Umwelt schneller und grundlegender verändert als in jeder anderen vergleichbaren Zeit in der Geschichte der Menschheit«, sagte WHO- Generaldirektor Jong Wook Lee. Dies habe zwar zu Verbesserungen der Lebensumstände mancher Menschen geführt, etwa bei der Gesundheit oder der Wirtschaft. »Aber nicht alle Regionen und Gruppierungen der Menschen haben von diesem Prozess gleichermaßen profitiert.«

Es seien vor allem Arme, die unter der negativen Beeinflussung der Ökosysteme zu leiden hätten, heißt es in dem Bericht. Wenn intensive Tierhaltung etwa zu einer Besserung der Ernährungslage bestimmter Menschen führe, bereite sie dennoch auch den Boden für neue Krankheiten. Und durch die Klimaveränderung breiteten sich Krankheiten übertragende Insekten wie bestimmte Mücken und Zecken in manchen Region aus, während sie andernorts verschwänden.

Die Länder Schwarzafrikas, Zentralasiens und Teile Lateinamerikas sowie Süd- und Südostasiens seien besonders von den Eingriffen in die Ökosysteme betroffen, heißt es in der Analyse. Sie ist Teil einer umfassenden Gesundheitsstudie, an der mehr als 1300 Wissenschaftler mitgearbeitet haben. (nz)