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Ärzte: Erste Gesichtstransplantation war Erfolg

02. Dez 2005 15:30
Modell für die Rekonstruktion von Nase, Lippen und Haut
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Französische Ärzte wehren sich gegen Kritik an der von ihnen vorgenommenen weltweit ersten großflächigen Gesichtstransplantation. Sie sprachen von einem operativen Erfolg.

Als «ungewöhnlichen Schritt in einer ungewöhnlichen Situation» haben Mediziner aus Amiens und Lyon ihre weltweit erste großflächige Gesichtstransplantation verteidigt. Der umstrittene Eingriff sei notwendig gewesen, weil der betroffenen Patientin nicht anders hätte geholfen werden können, sagte der Leiter des ausführenden Krankenhauses, Philippe Domy, am Freitag vor Journalisten in Lyon.

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Der Chirurg Bernard Devauchelle berichtete, dass die 38-Jährige 24 Stunden nach der Operation ihr Bewusstsein wiedererlangt habe. Ihr erstes Wort an die Ärzte sei «Danke» gewesen, sagte Devauchelle. Der Transplantationsexperte Jean-Michel Dubernard nannte die weltweit erste großflächige Gesichtstransplantation einen operativen Erfolg. Der behandelten Französin «geht es heute physisch, immunologisch und psychisch gut», sagte er. Postoperative Komplikationen hätten sich nicht eingestellt.

Genesung dauert Monate

Wie Dubernard sagte, hat die Übereinstimmung der Hautfarbe der transplantierten Teile von Mund, Nase und Lippen mit dem Gesicht der Frau «sogar unsere Erwartungen noch übertroffen». Ob der Körper der Frau das fremde Gewebe akzeptieren oder abstoßen werde, könne man derzeit noch nicht sagen, fügte er hinzu. «Wir müssen die Entwicklung in den nächsten Wochen abwarten», sagte Dubernard. Es werde auch noch Wochen oder Monate dauern, bis die Frau ihre Gesichtsmuskeln kontrollieren und ein Gefühl auf ihrer Haut bekommen könne.

Zusammen mit dem Chirurgen Bernard Devauchelle hatte Dubernard am Montag der Patientin Mund, Nase, Lippen, Haut und Fettgewebe einer verstorbenen Spenderin verpflanzt. Die Empfängerin war im Mai von einem Hund angefallen worden.

Weisung der Ethikkommission ignoriert

Chefchirurg Dubernard räumte auf der Pressekonferenz am Freitag ein, dass er vor dem Eingriff Bedenken gehegt habe. Aber nachdem er den Zustand der Patientin gesehen habe, habe er keine Sekunde mehr gezögert.

Nach Ansicht des französischen Chirurgen Laurent Lantieri wurde bei der Transplantation gegen die Weisung der Ethikkommission des Landes verstoßen. Man habe gar nicht erst versucht, das Gesicht der Patientin mit konventioneller plastischer Chirurgie zu rekonstruieren, sondern sofort nach einer Spenderin für ein neues Gesicht gesucht, sagte Lantieri am Donnerstag in Milwaukee.

Andere französische Mediziner sahen die einschlägigen Ethikregeln gewahrt, weil die Patientin kein komplettes neues Gesicht erhalten habe. (AP/nz)

 
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