netzeitung.deBakterien haben Magnetsinn

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Die Kompassnadel im Inneren eines Bakteriums (Foto: Max-Planck-Institut für Biochemie<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Kompassnadel im Inneren eines Bakteriums
Foto: Max-Planck-Institut für Biochemie
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bakterien können sich im Erdmagnetfeld orientieren. Max-Planck-Forscher haben nun herausgefunden, wie sich die Mikroorganismen eine Art Kompass bauen.

An den magnetischen Feldlinien der Erde orientieren sich nicht nur Zugvögel. Auch vermeintlich «einfach» organisierte Bakterien haben im Lauf der Evolution die Fähigkeit entwickelt, das Magnetfeld für die Suche nach optimalen Lebensbedingungen zu nutzen.

Solche «magnetotaktisch» genannten Mikroorganismen verwenden einen zellulären Minikompass. Dieser besteht aus einer Kette winziger Magneten, den Magnetosomen. Diese Kette richtet die gesamte Bakterienzelle wie eine Kompassnadel im magnetischen Feld aus.

Bisher war es ein Rätsel, wie die Mikroorganismen es schaffen, ihre Magnetosomen entgegen ihrer magnetischen Anziehung in einer stabilen Kette anzuordnen. Mit modernen molekulargenetischen und bildgebenden Verfahren ist es jetzt Forschern des Bremer Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie und des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried gelungen, das für die Entstehung der Magnetosomenketten verantwortliche Protein zu identifizieren.

Sie konnten zeigen, dass dieses Protein die Magnetosomen entlang einer bisher unbekannten Zellskelett-Struktur ausrichtet. Damit gelang erstmals der Nachweis, dass die Magnetosomenkette genetisch exakt reguliert wird. Zudem handelt es sich dabei um eine der komplexesten Strukturen, die bisher in bakteriellen Zellen gefunden wurden. Über ihren Fund berichten die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Magazins «Nature». (nz)