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Archäologen finden Reste von Riesenkamel

17. Nov 2005 18:37
Zwei Kamelknochen: Riesenkamel (l.) und heutiges Kamel
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In Syrien haben Archäologen prähistorische Knochen gefunden, die Aufschluss über die Evolution des Kamels geben könnten. Die ausgestorbene Tierart sah dem Kamel nämlich sehr ähnlich, war aber groß wie eine Giraffe.

Schweizer Archäologen haben nach eigenen Angaben in Syrien Knochen eines ausgestorbenen Riesenkamels entdeckt. Das zuvor unbekannte Tier, das fast so groß wie eine Giraffe war, könnte vor etwa 100.000 Jahren in der zentralsyrischen Steppe gelebt haben, sagte Peter Schmid vom Anthropologischen Institut und Museum der Universität Zürich am Donnerstag.

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Die Verwandtschaft zu den Kamelen lasse sich besonders gut an einem der gefundenen Fußknochen erkennen. Die Ansätze für die Zehen seien derart weit gespreizt, wie dies nur bei Kamelen vorkomme. Für Erstaunen sorgten die Maße: «Die Knochen sind fast doppelt so groß wie bei einem normalen Kamel, sie haben die Dimension der Knochen einer Giraffe», sagte Schmid.

Ein Mittelfußknochen war bereits vor zwei Jahren von Archäologen der Universitäten Zürich und Basel in der zentralsyrischen Steppe gefunden worden. Damals war aber noch nicht klar, ob es sich um eine neue Tierart oder nur um eine pathologische Form handelte. Zwischen Juli und September dieses Jahres fanden die Forscher weitere Knochen des Riesenkamels an derselben Stelle. Außer einem Stück eines Unterkiefers befinden sich darunter auch mehrere Wirbel, ein Gelenk- und ein Schienbeinknochen.

Bislang unbekannte Tierart

Die mehr als 20 Knochen stammen von verschiedenen Individuen und wurden in unterschiedlichen Schichten entdeckt. «Es ist keine Sonderform, sondern eine neue Tierart», sagte Jean-Marie Le Tensorer vom Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Basel. Laut Le Tensorer existierte die Tierart - sie hat noch keinen Namen - während einer Zeitspanne von bis zu 20 000 Jahren. Der spektakuläre Fund soll den Forschern jetzt helfen, die Evolution der Kamele zu klären. Denn über die Verwandtschaft und die Entstehung der Kamele ist bisher sehr wenig bekannt.

Fund lässt alte Theorie wanken

Bisher wurde angenommen, dass das zweihöckrige Kamel - und nicht das einhöckrige Dromedar - die ursprünglichere Form ist. Diese Theorie könnte nun eventuell ins Wanken geraten, denn das entdeckte Riesenkamel ist laut Schmid ein Dromedar. Hinweise dafür gebe das Stück des Unterkiefers, sagte Schmid. (nz)

 
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