netzeitung.deDeutsches Tsunami-Warnsystem wird installiert

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Das Innenleben einer der Bojen des Tsunami-Frühwarnsystems (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Innenleben einer der Bojen des Tsunami-Frühwarnsystems
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Indischen Ozean werden die ersten Bojen eines Tsunami- Frühwarnsystems ausgebracht. Ein deutsches Forschungsschiff stach jetzt mit der Fracht in See.

An Bord des Forschungsschiffs «Sonne» werden die ersten Bojen eines in Deutschland entwickelten Tsunami-Frühwarnsystem zu ihrem Einsatzort transportiert. Am Dienstag lief die Sonne mit den ersten GPS-Bojen an Bord vom indonesischen Hafen Jakarta aus.

«Deutschland leistet mit dem Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems Zukunftsvorsorge für die Menschen am Indischen Ozean», wird die Bundesforschungs- Ministerin Edelgard Bulmahn (SPD) in einer Mitteilung des Ministeriums vom heutigen Mittwoch zitiert. Das System solle ab dem Jahr 2008 arbeiten.

Noch vor dem ersten Jahrestag der Katastrophe im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 werden die ersten Messgeräte für das Tsunami-Frühwarnsystem einsatzbereit sein. Deutsche und indonesische Wissenschaftler werden die GPS-Bojen und Ozeanboden-Drucksensoren in den kommenden zwei Wochen vor der Küste Sumatras an sechs Kilometer langen Tauen auf dem Meeresboden verankern.

Das System kann Tsunami-Wellen, die häufig durch Erdbeben ausgelöst werden, sicherer als bisher identifizieren und einen Fehlalarm vermeiden. Die ersten Seismometer und Küstenpegel wurden bereits im Laufe des Jahres installiert.

Deutsche Forscher ermittelten die idealen Positionen für die Sensoren bei einer ersten Expedition der «Sonne» im Oktober. Sie vermaßen den Ozeanboden in bis zu 6000 Metern Tiefe vor Sumatra auf einer Fläche von 500 mal 90 Kilometern. Während der Aussetzung der Bojen soll weiter gemessen werden. Damit sollen Basisdaten für eine Modellierung möglicher Tsunamis ermittelt und die Positionen für weitere Bojen festgelegt werden. Die Fahrt geht von Jakarta aus zunächst durch die Sunda-Straße bis in die Gewässer vor Nord-Sumatra unmittelbar bis zur Erdbebenregion vor Banda Aceh. (nz)