Paläontologen beschreiben «Godzilla-Krokodil»
11. Nov 2005 11:28, ergänzt 11:34
 |  So könnte Dakosaurus ausgesehen haben. | Bild: Robert Clark/DAMNFX/National Geographic |
|
Flossen wie ein Fisch und ein Kopf wie ein Dinosaurier: In Südamerika haben Forscher versteinerte Überreste einer ungewöhnlichen Krokodilart ausgegraben.
Paläontologen haben an der Südspitze Südamerikas Fossilien eines etwa vier Meter langen Tieres entdeckt, das mit seinen nächsten Verwandten wenig gemeinsam hatte. Statt dessen geht das Krokodil als «Look-alike» eines Filmmonsters durch.
Seine untypische Kopfform brachte dem wissenschaftlich Dakosaurus andiniensis bezeichneten Tier den Spitznamen «Godzilla» ein. Mit einer kurzen Schnauze und über zehn Zentimeter langen, ineinander greifende Sägezähnen sieht es dem Filmmonster ähnlicher als den anderen Meereskrokodilen seiner Zeit. Diese hatten meist lange Schnauzen mit nadelartigen Zähnen, um Fische und Tintenfische fangen zu können.
 |  Dakosaurus-Schädel | Foto: Diego Pol |
|
Dakosaurus andiniensis hatte dagegen Appetit auf größere Happen. «Es hat definitiv große Meereslebewesen gejagt», sagt Diego Pol von der US-amerikanischen Ohio State University in Columbus. Der Mathematiker hat die Knochen vermessen und dem Stammbaum der Krokodile zugeordnet. Gemeinsam mit den argentinischen Paläontologen Zulma Gasparini und Luis Spalletti beschreibt er die neu entdeckten etwa 140 Millionen Jahre Fossilien in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science».
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier