11.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
John Cleese setzt sich für Lemuren ein.
Foto: Universität Zürich/dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Auf Madagaskar haben Schweizer Biologen eine neue Lemurenart entdeckt. Nun wird dem britischen Schauspieler John Cleese eine seltene Ehre zuteil.
Zwei Forscher von der Universität Zürich haben eine neue Lemurenart beschrieben. Urs Thalmann und Thomas Geissmann benannten den Wollmaki nach John Cleese. Sie würdigen damit das Engagement des Schauspielers für die bedrohten Tiere.
Schwierige ForschungsbedingungenDie Art
Avahi cleesei, so der zoologische Name, kommt nur im Unesco-Weltnaturdenkmal «Tsingy de Bemaraha» im Westen von Madagaskar vor, berichten die Zoologen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «American Journal of Primatology». Die Tiere sind etwa ein Kilogramm schwer, nachtaktiv, leben in kleinen Familiengruppen und ernähren sich von Blättern und Knospen.
Ein Team um den Anthropologen Urs Thalmann hat die Art bereits auf einer Expedition im Jahr 1990 entdeckt. Es war den Forschern seit einigen Jahren klar, dass es sich um eine bislang unbekannte Lemurenart handelt. Geplante weitere Untersuchungen scheiterten jedoch an Erkrankungen, einer brutalen Bande von Viehdieben, aus finanziellen oder technischen Schwierigkeiten oder wegen der zeitweise unsicheren politischen Lage vor Ort, teilte die
Universität Zürich mit.
Schließlich beschrieben die Forscher «Cleeses Wollmaki» anhand von Haaren, Photo-, Video- und Tonbandaufnahmen als neue Tierart. Eine Verwechslung mit einer bereits bekannten Art schlossen sie durch Studien in den größten Museen der Welt aus.
Leben im HotspotJohn Cleese, bekannt als Mitglied der britischen Comedy-Truppe «Monty Python», hat sich als Namenspate zur Verfügung gestellt. Mit der Namensgebung ehren die Zürcher Forscher den Schauspieler, Produzenten und Drehbuchautor für seine Filme, die Lemuren viel Aufmerksamkeit widmen. Für den Film «Wilde Kreaturen» darf ein Ringelschwanz-Lemur auf dem Plakat mit Jamie Lee Curtis posieren, und sein Dokumentarfilm «Operation Lemur» ist den Lemuren und ihrer bedrohten Heimat Madagaskar gewidmet.
Lemuren gehören zur Tiergruppe der Primaten, zu der auch die Menschen gezählt werden. Sie kommen nur auf der Insel Madagaskar vor. Heute sind die Tiere durch die Abholzung der Wälder bedroht. Madagaskar gilt als so genannter «hottest Hotspot», ein «lodernder Brennpunkt» für die Naturerhaltung. (nz)