netzeitung.deHinweis auf sterbliche Überreste von Kopernikus

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Rekonstruktion: Nikolaus Kopernikus (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Rekonstruktion: Nikolaus Kopernikus
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei einem Grab, das Archäologen im Sommer in einer Kirche in Polen entdeckt haben, handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um die letzte Ruhestätte des Astronomen Kopernikus.

Polnische Archäologen haben möglicherweise sterbliche Überreste des Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473 bis 1543) in der Kathedrale von Frombork (Frauenburg) gefunden. Die Untersuchung der Knochen, die im August unter dem Altar der Kirche entdeckt wurden, legt ein Lebensalter von etwa 70 Jahren nahe, sagte der verantwortliche Archäologe Jerzy Gassowski am Freitag der Tageszeitung «Rzeczpospolita».

Als Hauptindiz für die Identität des Wissenschaftlers gelte eine Verletzung an der Augenhöhle des Schädels. Anhand des Schädels konnten Polizeiexperten kürzlich eine Computerrekonstruktion des Kopfes des Verstorbenen erstellen, die den überlieferten Bildnissen von Kopernikus ähnelt.

Gassowski betonte jedoch, dass nur ein DNA-Vergleich für wirkliche Sicherheit über die Identität des Fundes geben könne. Da Kopernikus als Kanoniker keine Kinder hatte, müssten die Überreste seines Onkels, Ludwik Watzenrode, untersucht werden. Watzenrode war Bischof von Ermland und wurde 1512 in Torun (Thorn) begraben.

Kopernikus gilt als Begründer der modernen Weltsicht. Die Herkunft des Astronomen, Theologen und Arztes war über lange Zeit zwischen Deutschland und Polen umstritten. Er studierte Theologie in Krakau, entstammte aber einer vermutlich deutschsprachigen niederschlesischen Familie. Schriften hinterließ Kopernikus in deutscher und lateinischer Sprache. (nz)