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Flores-Menschen waren eigene Art

12. Okt 2005 11:07
Der Schädel eines Flores-Menschen (links, rechts moderner Mensch) hat etwa die Größe einer Pampelmuse.
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Forscher diskutieren, wo ein kleinwüchsiges Inselvolk in den menschlichen Stammbaum eingeordnet werden soll. Nun liegen neue Funde der so genannten Hobbits vor.

Vor zwei Jahren in Indonesien gefundene Knochen von kleingewachsenen Menschen stammen von einer eigenen Art der Gattung Homo. Weitere Knochenfunde belegen, dass es sich bei den nur etwa einen Meter großen Flores-Menschen nicht um kleinwüchsige Frühmenschen einer bereits bekannten Art handelt.

Neun Individuen

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Woher die Homo floresiensis genannte Menschenart stammt, ist weiterhin unklar, berichten australische und indonesische Forscher im Fachblatt «Nature» vom kommenden Donnerstag. Nach ihren Erkenntnissen hat sie die indonesische Insel Flores schon vor mindestens 95.000 Jahren und noch bis vor etwa 12.000 Jahren bewohnt.

Mike Morwood von der australischen University of New England und seine Mitarbeiter hatten die jetzt vorgestellten Knochen im vergangenen Jahr in der Liang-Bua-Höhle ausgegraben. Im Jahr 2003 hatten die Wissenschaftler dort die ersten Skelettteile eines Flores-Menschen entdeckt. Nun haben sie die Funde um Knochen des rechten Arms dieses Skeletts sowie weitere Kiefer- und Schädelknochen ergänzt. Insgesamt seien nun Überreste von neun Individuen vorhanden, schreiben Forscher.

Diese Funde widerlegten die Annahme einiger Kritiker, dass das zuerst gefundene Skelett von einem kleinwüchsigen modernen Menschen oder von einem Vertreter einer bereits bekannten Frühmenschenart stammt. Die Knochenfunde von den neun Individuen ähneln sich sehr, berichten die Wissenschaftler um Morwood jetzt. Daher handele es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Angehörige einer eigenen Art. Die Merkmale der Flores-Menschen erlaubten weder die Zuordnung zu den modernen Menschen (Homo sapiens), noch zur ausgestorbenen Art Homo erectus.

Komplexes Verhalten

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So habe die Untersuchung etwa ergeben, dass ihre Arme im Verhältnis zum Körper recht lang waren. Die Körperproportionen entsprächen damit eher denen der Australopithecinen, einer afrikanischen Gattung der Menschenartigen. Frühere Untersuchungen des Schädels hatten hingegen gezeigt, dass das Gehirn dem eines Homo erectus ähnelt.

Homo floresiensis könnte ein Abkömmling vom Homo erectus sein, der im Insellebensraum klein wurde. Denkbar sei auch, dass die beiden Menschenarten einen gemeinsamen Vorfahren haben, der bislang unentdeckt geblieben ist, sagen die Forscher.

Neben den Menschenknochen fanden die Forscher nun auch weitere Überreste verschiedener Tiere, darunter die eines Stegodons, eines kleinwüchsigen Ur-Elefanten. Angekohlte Knochen sowie gerötete und zerplatzte Steine deuten darauf hin, dass die Flores-Menschen das Feuer beherrschten. Zusammen mit weiteren Werkzeugfunden zeige dies, dass sie bereits ein komplexes Verhalten und weit entwickelte Wahrnehmungsfähigkeiten gehabt hätten. (nz)

 
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