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Chemie-Nobelpreis für Franzosen und US-Forscher

05. Okt 2005 11:49, ergänzt 12:23
Richard R. Schrock (l.) Robert H. Grubbs
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In Schweden sind die diesjährigen Nobelpreisträger in Chemie bekannt gegeben worden. Drei Forscher auf dem Gebiet der Organischen Chemie werden geehrt.

Der Franzose Yves Chauvin und die US-Amerikaner Robert Grubbs und Richard Schrock erhalten dieses Jahr den Nobelpreis für Chemie. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften verleiht den Preis für die Entwicklung einer Methode, organische Verbindungen herzustellen.

Wechseltanz der Atome

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  • Wie das Nobelpreiskomitee bekannt gab, werden die drei Forscher gemeinsam ausgezeichnet. Die von ihnen entwickelte so genannte Metathese ist eine chemische Reaktion, bei der einzelne Bestandteile organischer Moleküle ihre Plätze tauschen.

    Yves Chauvin
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    Organische Verbindungen bestehen aus einem Kohlenstoff-Gerüst. Diese Atome können Ketten oder Ringe bilden und Verbindungen mit anderen Elementen wie Wasserstoff, Sauerstoff oder Stickstoff eingehen. Bei der Metathese werden Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoff-Atomen aufgebrochen und an anderer Stelle im Molekül neu geknüpft. Dadurch wechseln auch an das Gerüst gebundene Atome ihre Plätze.

    Mehr im Internet:
    Yves Chauvin vom Institut Français du Pétrole in Rueil-Malmaison beschrieb im Jahr 1971 die Metathese-Reaktion. Der Chemiker konnte auch zeigen, dass metallische Katalysatoren die Reaktionen ablaufen lassen ohne selbst Verbindungen einzugehen.

    Im Jahr 1990 stellte Richard Schrock vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge als Erster einen solchen Katalysator her. Zwei Jahre später fand Robert Grubbs vom California Institute of Technology in Pasadena einen effizienteren Katalysator, der zudem besser haltbar und leichter zu verarbeiten ist.

    Heute wird die Metathese in der chemischen Industrie zur Herstellung medizinischer Wirkstoffe und spezieller Kunststoffe eingesetzt. Die Forschungsarbeit der diesjährigen Preisträger habe die Produktion erheblich vereinfacht, teilte das Nobelpreiskomitee mit. Da weniger Reaktionsschritte notwendig seien, eine bestimmte Verbindung herzustellen, würden Ressourcen gespart und weniger Abfälle produziert.

    Hintergrund:
    Die Nobelpreise werden traditionell am 10. Dezember in Stockholm überreicht. Jeder Preisträger erhält eine Medaille, ein Diplom und das Preisgeld. Die Nobelpreise sind mit jeweils 10 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 1,1 Millionen Euro) dotiert. (nz)
     
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