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Stiftung Warentest: Alternativmedizin oft unwirksam

28. Sep 2005 18:05
Tablettenherstellung
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Bachblütentherapie, Ayurveda und Homöopathie – die Liste der aus Sicht der Stiftung Warentest wenig oder gar nicht geeigneten alternativen Heilverfahren ist lang.

Die Stiftung Warentest hat viele alternative Heilverfahren für unwirksam erklärt und damit heftigen Protest bei homöopathischen Ärzten und Pharmaindustrie hervorgerufen. Nur etwa ein Drittel der 58 untersuchten «alternativen» Methoden hätten nachweisbar positive Effekte, berichteten die Experten der Stiftung am Mittwoch in Berlin. Zu den wenig oder gar nicht geeigneten Heilverfahren zählen die Tester nicht nur Ayurveda oder Bachblütentherapie, sondern auch die Homöopathie.

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Die Hinweise zur Wirksamkeit seien so schwach, «dass sie sich von Plazeboeffekten nicht abgrenzen lassen», erklärte Expertin Vera Herbst. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte wies diese
Darstellung «aufs Schärfste» zurück. Millionen von Patienten würden durch den Bericht verunsichert und die homöopathische Ärzteschaft «als Scharlatane» dargestellt, erklärte der Verband. Den Autoren der Untersuchung warf er vor, die Studien einseitig ausgewählt zu haben.

Protest

Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie nahm die Literaturanalyse «mit Verwunderung» zur Kenntnis. Die Stiftung erkläre «knapp 3000 Jahre alte Heilmedizin zum Placebo, nur weil deren Wirkung wissenschaftlich noch nicht umfassend belegt ist», sagte BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp. «Hochwertige Arzeineimittel» jedoch pauschal abzuwerten, sei «fahrlässig». Das Gesundheitsministerium wollte die Warentest-Analyse nicht kommentieren.

Nach Expertenschätzungen lassen sich in Deutschland zehn bis 20 Prozent der Patienten homöopathisch behandeln. Die Therapie wird auch von einigen Kassen bezahlt, die von der Wirksamkeit überzeugt sind.

Für das Buch «Die andere Medizin» testeten die Experten unter Führung des Gutachters Edzard Ernst 58 Untersuchungs- und Heilmethoden. «Das Ergebnis ist sehr durchwachsen», sagte Hubertus Primus von der Stiftung Warentest. Nur ein Drittel der Komplementär-Therapien sei sicher und habe nachweisbar positive Effekte. Zwei Drittel könnten dagegen eine Wirkung nicht abschließend nachweisen, hätten Risiken oder seien schlicht untauglich.

«Erstaunlich schlecht untersuchte Methoden»

Autorin Herbst kritisierte, dass generell viele Heilmethoden «erstaunlich schlecht untersucht» seien. «Ich frage mich, ob die große Zahl derer, die sie anwenden, wissen, dass sie sich sozusagen auf einen unkontrollierten klinischen Feldversuch einlassen», sagte sie.

Eine nicht nachgewiesene Wirkung haben nach Überzeugung der Tester etwa die Bachblüten- und die Bioresonanztherapie sowie die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie. Noch zweifelhafter sei die Chirotherapie, die etwa durch das so genannte Einrenken bei Rückenschmerzen helfen soll.

Universitätskliniken hätten im Jahr 2002 von 36 Schlaganfällen nach der chirotherapeutischen Behandlung berichtet, 300 neurologische Zwischenfälle seien dokumentiert. «Die Nutzen-Risiko-Abwägung fällt negativ aus», sagte Herbst. «Das Gesamturteil lautet daher: nicht geeignet.»

Wenig empfehlenswert ist der Studie zufolge auch Ayurveda, weil ayurvedische Arzneimittel hierzulande nicht zugelassen sind. Importierte Produkte sind der Studie zufolge oft verunreinigt, mit problematischen Inhaltsstoffen oder mit Giften versetzt. (nz)

 
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