Stiftung Warentest: Alternativmedizin oft unwirksam
Darstellung «aufs Schärfste» zurück. Millionen von Patienten würden durch den Bericht verunsichert und die homöopathische Ärzteschaft «als Scharlatane» dargestellt, erklärte der Verband. Den Autoren der Untersuchung warf er vor, die Studien einseitig ausgewählt zu haben.
Nach Expertenschätzungen lassen sich in Deutschland zehn bis 20 Prozent der Patienten homöopathisch behandeln. Die Therapie wird auch von einigen Kassen bezahlt, die von der Wirksamkeit überzeugt sind.
Für das Buch «Die andere Medizin» testeten die Experten unter Führung des Gutachters Edzard Ernst 58 Untersuchungs- und Heilmethoden. «Das Ergebnis ist sehr durchwachsen», sagte Hubertus Primus von der Stiftung Warentest. Nur ein Drittel der Komplementär-Therapien sei sicher und habe nachweisbar positive Effekte. Zwei Drittel könnten dagegen eine Wirkung nicht abschließend nachweisen, hätten Risiken oder seien schlicht untauglich.
Eine nicht nachgewiesene Wirkung haben nach Überzeugung der Tester etwa die Bachblüten- und die Bioresonanztherapie sowie die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie. Noch zweifelhafter sei die Chirotherapie, die etwa durch das so genannte Einrenken bei Rückenschmerzen helfen soll.
Universitätskliniken hätten im Jahr 2002 von 36 Schlaganfällen nach der chirotherapeutischen Behandlung berichtet, 300 neurologische Zwischenfälle seien dokumentiert. «Die Nutzen-Risiko-Abwägung fällt negativ aus», sagte Herbst. «Das Gesamturteil lautet daher: nicht geeignet.»
Wenig empfehlenswert ist der Studie zufolge auch Ayurveda, weil ayurvedische Arzneimittel hierzulande nicht zugelassen sind. Importierte Produkte sind der Studie zufolge oft verunreinigt, mit problematischen Inhaltsstoffen oder mit Giften versetzt. (nz)

