12.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Rentnerpaar
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ältere Menschen haben bisweilen Probleme etwas im Kopf zu behalten. Doch offenbar geht nichts verloren, sondern es wird zu viel aufgenommen.
Gedächtnisprobleme im Alter können darauf beruhen, dass Informationen nicht gefiltert werden. Wenn zu viel Information das Gehirn erreicht, wird die Speicherkapazität überschritten, sagen US-Forscher. Sie liefern einen neurologischen Erklärungsansatz für die Vergesslichkeit im Alter.
Ein Forscherteam um Adam Gazzaley von der
University of California in Berkeley verglich das Erinnerungsverhalten von 60- bis 77-Jährigen mit dem von 19- bis 30-jährigen Menschen. Den Testpersonen wurden Bilder vorgelegt, von denen sie sich entweder solche mit Gesichtern oder solche mit Landschaften einprägen sollten. Die Forscher beobachteten mithilfe eines bildgebenden Verfahrens, welche Bereiche im Gehirn während der Tests aktiv wurden.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die älteren Teilnehmer auf die Aufgabe konzentrieren konnten, meldet die Agentur dpa. Sie hatten jedoch Schwierigkeiten, Informationen zu ignorieren, die sie nicht brauchten. Die meisten älteren Testpersonen konnten sich daher schlechter an die gewünschten Bilder erinnern. Allerdings verfügten einige der älteren Probanden über das gleiche Erinnerungsvermögen wie jüngere. Gazzaley hofft in weiteren Untersuchungen herauszufinden, was sie von ihren Altersgenossen unterscheidet.
Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind am gestrigen Sonntag in der Onlineausgabe des Fachjournals «Nature Neuroscience» erschienen. (nz)