Positive Gedanken dämpfen Schmerz
06.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Nach diesem Training unterzogen die Wissenschaftler die Freiwilligen einem Test. Sie gaben 30 Signale und die folgenden Schmerzreize und zeichneten mithilfe eines bildgebenden Verfahrens auf, welche Bereiche im Gehirn der Probanden aktiv wurden. Auf etwa jedes dritte Testsignal ließen die Forscher jedoch einen stärkeren oder schwächeren Schmerzreiz folgen als den, den der Proband nach dem Training erwartete.
Die Bilder der Hirnaktivität zeigten, dass bei der Erwartung und der späteren Empfindung teilweise die gleichen Bereiche aktiv waren. Die Forscher schließen daraus, dass es Hirnregionen gibt, die die Erwartungen mit der Wahrnehmung abgleichen. «Schmerz ist nicht nur das Ergebnis von Signalen aus einer verletzten Körperregion», sagt Coghill. Die Empfindung entstehe aus der Kombination dieser Signale mit individuellen Erfahrungen.
Die Forscher hoffen diese Hirnleistung für die Schmerzbehandlung von Patienten einsetzen zu können. Gelänge es, die entscheidenden Hirnregionen zu identifizieren, würden nicht-medikamentöse, auf Gedanken und Verhalten abzielende Therapien eher akzeptiert, erwartet Coghill. «Schmerz darf nicht nur mit Pillen behandelt werden», sagt der Mediziner. Das Gehirn könne die Schmerzempfindung verändern und diese Fähigkeit sollte ausgenutzt werden.
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

