netzeitung.deUS-Amerikaner unterstützen Schöpfungstheorie

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Michelangelos Gemälde der Erschaffung des Menschen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Michelangelos Gemälde der Erschaffung des Menschen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In den USA wird der Schul-Lehrplan zum Thema Evolution diskutiert. Kulturelle Aspekte sind der Mehrheit dabei wichtiger als wissenschaftliche.

Zwei Drittel der US-amerikanischen Bevölkerung befürworten, dass im Schulfach Biologie die christliche Schöpfungstheorie neben der Darwinschen Evolutionstheorie gelehrt werden soll. Das ergab eine aktuelle Umfrage. Mehr als ein Drittel sind gegen die Lehre der wissenschaftlichen Vorstellung von der Entstehung der Arten.

Das Pew Forum on Religion and Public Life befragte rund 2000 US-Amerikaner über ihre Vorstellung von der Entwicklung des Lebens. Wie der Onlinedienst der «New York Times» am heutigen Mittwoch berichtet, glauben 42 Prozent der Befragten, dass «die Lebewesen seit Anbeginn der Zeit in ihrer heutigen Form existierten». Diese Auffassung steht im Widerspruch zur Darwinschen Evolutionstheorie, nach der die Arten schrittweise, in einem Prozess von genetischer Veränderung und natürlicher Auslese entstanden.

Nur knapp die Hälfte der Befragten vertraten die Auffassung, dass sich der Mensch im Laufe der Zeit entwickelt habe. Fast jeder Fünfte davon glaubte jedoch, dass ein «übergeordnetes Wesen» diese Entwicklung gesteuert habe. 38 Prozent aller Befragten wollen, dass diese Form der Schöpfungstheorie, das «Intelligente Design», anstelle der biologischen Theorie gelehrt wird. Die Mehrheit von 64 Prozent will beide Theorien nebeneinander lehren lassen.

Eugenie Scott, die Direktorin des US-Zentrums für wissenschaftliche Bildung (NCSE für National Center for Science Education) sieht die Ursache für den hohen Zuspruch in der US-amerikanischen Kultur. «Amerikaner reagieren sehr positiv auf Fairness-Argumente», sagte sie der «New York Times». Die Lösung, beiden Theorien einen Platz im Lehrplan zuzuweisen, entspreche dem Gerechtigkeitssinn der Mehrheit der Bevölkerung. (nz)