Forscher lassen Flüssigkeit bergauf fließen
Die Beschichtung besteht aus Kohlenwasserstoffketten, um die ein Ring organischer Moleküle liegt. Der Ring ist nicht fest an die Kohlenwasserstoffketten gebunden, sondern lagert sich nur an. Dabei kann er sich die Kohlenstoffkette hinauf und hinunter bewegen. Treibende Kraft ist die von der Temperatur abhängige Brownsche Molekularbewegung. Sie verhindert, dass die Teilchen in einer Position verharren.
Das Team um Leigh stattete die Kohlenwasserstoffketten jedoch mit zwei Gliedern aus, an die sich der Ring unter bestimmten Bedingungen bevorzugt anlagert. Ohne UV-Licht war das das eine Ende der Kette, mit UV-Licht das andere. Bestrahlten die Forscher die Oberfläche mit UV-Licht konnten sie eine gerichtete Bewegung der Ringmoleküle vom einen zum anderen Ende der Kohlenwasserstoffketten herbeiführen.
Die Methode könnte eingesetzt werden um Flüssigkeiten auf einem Analyse-Chip hin und her zu bewegen. Chemische Reaktionen der Flüssigkeit könnten ohne Versuchsgefäße herbeigeführt werden, sagt Leigh. Der Forscher sieht noch weitere Anwendungen für die molekularen Maschinen. So könnten Beschichtungen, die auf Knopfdruck die Farbe wechseln, oder abschaltbare Kleber erzeugt werden. «Die Natur nützt molekulare Motoren für fast alles, wir fast noch gar nicht», sagte der Chemiker dem «New Scientist».
Für das Web ediert von Patrick Eickemeier
