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Musikalische Nervenzellen erkennen Töne

25. Aug 2005 12:15
Wie das Gehirn das Zusammenspiel mehrerer Instrumente entschlüsselt, war bislang unklar.
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Musik besteht meist aus Klängen unterschiedlicher Tonhöhe. Wissenschaftler erforschen, wie das Gehirn Harmonien erkennt.

Im Gehirn von Affen haben Forscher Nervenzellen nachgewiesen, die auf bestimmte Tonhöhen ansprechen. Der Mechanismus könnte erklären wie der Mensch Musik und Sprache wahrnehmen kann.

Musikalische Affen

Mehr in der Netzeitung:
Daniel Bendor und Xiaoqin Wang von der Johns Hopkins University in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland haben Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus) Töne verschiedener Höhe vorgespielt. Währenddessen zeichneten sie die Aktivität von Nervenzellen auf, die das Hörzentrum im Gehirn der Tiere umgeben. In der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten die Wissenschaftler, das bestimmte Zellen auf bestimmte Tonhöhen reagieren.

Auf diese Weise können auch Menschen wahrnehmen, das es sich bei einem Ton, der von zwei Instrumenten gespielt wird, um die gleiche Frequenz handelt, vermuten die Forscher. Bei den Affen reagierten auch die gleichen Nervenzellen, wenn ihnen der gleiche Ton in unterschiedlichen Oktaven vorgespielt wurde. Die Zellen für den Ton A mit einer Frequenz von 440 Hertz sprachen auch auf höhere Frequenzen etwa des eingestrichenen Tons A bei 880 oder des zweigestrichenen bei 1760 Hertz an, berichten Bendor und Wang.

Das Geheimnis der Musik

Mehr im Internet:
Die Fähigkeit Frequenzen zu erkennen gilt als Voraussetzung für die Wahrnehmung von Musik und das Verständnis von Sprache. Die Studie von Bendor und Wang liefere den ersten Beweis dafür, dass es einzelne Nervenzellen gibt, die diese Aufgabe übernehmen, sagt Josh McDermott dem Onlinedienst des Magazins «Nature».

Der Psychologe vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) erforscht, wie Kultur die Wahrnehmung von Musik beeinflusst. Dazu hat er mit einem Kollegen einen Test entwickelt, den man über das Internet abrufen kann. Dem Web-Probanden werden etwa verschiedene Tonkombinationen vorgespielt, die anschließend nach ihrem Wohlklang bewertet werden sollen. Außerdem erfassen die Forscher in einem kurzen Fragebogen die Herkunft, das Alter und die musikalische Ausbildung der Teilnehmer.

«Trotz der zentralen Rolle in der menschlichen Kultur sind die Ursprünge der Musik bislang ein Geheimnis», sagt McDermott. Mit seiner Studie will er untersuchen, welche Aspekte der Wahrnehmung allen Kulturen gemein sind und welche sich unterscheiden.

 
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