18.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Zugvögel am Niederrhein
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Vogelgrippe könnte von Zugvögeln eingeschleppt werden. Das Virus wurde in Gebieten nachgewiesen, aus denen die Tiere auch nach Deutschland wandern.
Die Tierkrankheit Vogelgrippe hat die Grenze zu europäischem Gebiet erreicht. Das Bundesverbraucherministerium kündigt Schutzmaßnahmen an. Noch ist nicht sicher, ob sich eine jetzt in Russland aufgetretene Virus-Variante sich in ein für Menschen gefährliche Version wandeln könnte. Doch das deutsche Geflügel ist bereits bedroht: Auch Zugvögel verbreiten den Erreger, sagte Markus Nipkow vom
Naturschutzbund Deutschland (Nabu) der Netzeitung.
«Mit dem Ural hat das Virus eine kritische Grenze zu Gebieten überschritten, in denen sich viele Wanderrouten von Zugvögeln kreuzen», sagt Nipkow. Einige Arten wanderten durch dieses Gebiet auch nach oder durch Deutschland. Vor allem Schwärme von Gänsen oder Enten könnten die Krankheit einschleppen. Zu den Arten, die aus dem Ural auch über Deutschland wandern, gehören Bläss- und Saatgänse sowie Stock- oder Krickenten. Die Vögel versammeln sich in großer Zahl an Rastplätzen, wo sie sich untereinander anstecken könnten.
Eine Übertragung von diesen Wildvögeln auf Geflügel ist möglich, sagt Nipkow. Der Vogelschutzreferent des Nabu sieht jedoch in Tiertransporten aus betroffenen Gebieten die größere Infektionsgefahr. So sei fraglich, wie weit erkrankte Zugvögel wandern können, bevor sie selbst durch die Krankheit geschwächt werden und sterben.
Mögliche Maßnahmen gegen die Verbreitung der Krankheit in Deutschland sollen am heutigen Donnerstag auf einem Expertentreffen diskutiert werden, das Verbraucherschutz- Ministerin Renate Künast (Grüne) einberufen hat. Im ZDF-Morgenmagazin erklärte die Politikerin, dass die Maßnahmen vor der Ankunft der Zugvögel Anfang September Maßnahmen umgesetzt werden sollen.