netzeitung.deBehörden erwarten Vogelgrippe in der EU

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Mit Geflügel-Impfungen und -Keulungen sowie Importverboten soll die Ausbreitung der Vogelgrippe verhindert werden. Doch bislang konnte die Krankheit nicht eingedämmt werden.

Das Vogelgrippe auslösende Virus H5N1 wurde im Ural nachgewiesen. Die Tierkrankheit breitet sich von Südostasien auch in Richtung der Europäischen Union aus. Schon im vergangenen Jahr wurden zwei infizierte Vögel in Mitteleuropa gefunden.

Bei den Tieren handelte es sich um zwei illegal aus Thailand eingeführte Raubvögel, die am 18. Oktober 2004 auf dem Brüsseler Flughafen in Belgien beschlagnahmt worden waren. Für die EU gehe die größte Gefahr derzeit von solchen illegalen Importen aus, sagte Staatssekretär Alexander Müller (Grüne) in Stuttgart.

Wie die Agentur dpa meldete, bestätigten Russische Behörden am Dienstag einen Ausbruch der Krankheit im Ural. In der Region Tscheljabinsk seien an einem See 500 tote Vögel gefunden worden, die an der Infektion mit dem Virus H5N1 gestorben sind. Das Auftreten der Krankheit in Russland bedeutet für die Menschen in Deutschland nach Einschätzung des Bundesverbraucher- Ministeriums zunächst keine Gefahr. Die Entfernung sei noch groß, sagte Müller, aber das Virus rücke immer näher.

Lagebesprechung geplant
Bund und Länder wollen an diesem Donnerstag zu einer Lagebesprechung zusammenkommen. An den Gesprächen in Bonn beteiligen sich Zoll, Veterinäre und Fachvertreter der Wirtschaft. Unter anderem soll diskutiert werden, welche Infektionsgefahr von Zugvögeln ausgeht, die durch die EU wandern.

Das niederländische Landwirtschaftsministerium hat beschlossen, dass Geflügelzüchter ihre Tiere vorübergehend in Ställe sperren müssen. Von Herbst bis mindestens Jahresende sollten so Ansteckungen verhindert werden. Das Ministerium folgte damit Forderungen aus der Branche. (nz)